Kein Abschied, keine Zeit für Rührseligkeiten
Fokussiert auf den Klassenerhalt: Genauso entschlossen wie sich Florian Bröskamp hier im ersten Heimspiel der Saison gegen Hamm II durchsetzt, will die TSG auch heute im Heimfinale gegen Oberaden dringend benötigte Punkte im Abstiegskampf einfahren.

Über Chancen, Ausblicke und Einschätzungen vor dem spannenden Finale sprach die „Glocke“ mit TSG-Trainer Manuel Mühlbrandt.

„Die Glocke“: Freitagabend muss ein Sieg her, um die Karten im Abstiegskampf nicht aus der Hand zu geben – richtig?

Manuel Mühlbrandt: Wir sollten tunlichst gewinnen, das ist richtig. Dies ist das letzte Heimspiel der Saison und es soll nicht das letzte Heimspiel in der Oberliga werden.

„Die Glocke“: Das Hinspiel wurde allerdings verloren.

Mühlbrandt: Das war eine ordentliche Blamage. Man kann in Oberaden verlieren, aber nicht so, wie wir das damals gemacht haben. Wir haben also noch eine Rechnung offen.

„Die Glocke“: Oberaden ist erster Absteiger. Erwarten Sie einen wenig motivierten Gegner?

Mühlbrandt: Sobald SuS-Spielertrainer Alex Katsigiannis länger als zehn Minuten spielt, gehe ich davon aus, dass sie unbedingt gewinnen und uns mit runterreißen wollen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass er im Hinblick auf seine Knochen und auf die neue Saison vor allem jene Spieler zum Lernen mit langen Anteilen aufs Feld schickt , die es beim Neuaufbau in der Verbandsliga richten sollen. Denn mit den Stennei-Brüdern wechseln zwei Leistungsträger zurück zu ihrem Heimatverein SG Massen.

„Die Glocke“: Wie sieht es personell für heute aus?

Mühlbrandt: Ausfälle gibt es nicht. Alle beißen auf die Zähne, weil sie wissen, um was es geht. Jeder will sich noch einmal bestmöglich präsentieren.

„Die Glocke“: Ist der Hasenbau heute Abend wieder ausverkauft?

Mühlbrandt: Ich gehe davon aus, dass die Stadt Bock hat, noch einmal alles zu mobilisieren. So will beispielsweise auch Heribert Bruchhagen erneut kommen. Ich setze darauf, dass wieder eine orangene Wand da ist, die uns unterstützt. Das hilft den Jungs ungemein.

„Die Glocke“: Sind besondere Aktionen geplant?

Mühlbrandt: Die Situation erlaubt es nicht, Rührseligkeiten oder Bilderrahmen auszutauschen. Wir wollen noch niemanden verabschieden. Und vor allen Dingen wollen wir uns nicht aus der Oberliga verabschieden. Aber es ist zu einem späteren Zeitpunkt etwas geplant, um den Spielern zu danken, die uns nach der Saison verlassen.

„Die Glocke“: Es wäre möglich gewesen, auch den letzten Spieltag der Saison am kommenden Wochenende, also vor den Ferien, auszutragen. Hätten sie lieber durchgezogen oder sind Sie froh über die Pause?

Mühlbrandt: Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn wir gewinnen, wär es es natürlich gut, sofort weiterzuspielen. Andererseits kann man in den zwei Woche neue Konzentration sammeln und Wunden lecken. Manchmal ist es ja ganz gut, nochmal die Heizdecke auf den Rennwagen zu legen.

„Die Glocke“: Sie haben sich in der Vorwoche bei der Niederlage in Gladbeck sehr über die Unparteiischen aufgeregt. Wie ist mittlerweile die Gemütslage?

Mühlbrandt: Der Stachel sitzt weiterhin tief. Und es tut weh, sich die Szenen nochmal auf Video anzuschauen. Da schüttele ich immer noch den Kopf. Das war kurios.

SOCIAL BOOKMARKS