Kein Ahlener Lotterleben in Lotte
Rote Wand: Adrian Oeynhausen (l.) und Kevin Kahlert schließen gemeinsam eine Lücke. Bei den SF Lotte sollte die Abwehr ebenso konzentriert zur Sache gehen.

„Wir sind 117,5 Kilometer gelaufen, hatten 400 Sprints und das alles für null Punkte“, sah sich Trainer Andreas Zimmermann nach dem 2:4 gegen Köln um die Früchte der Arbeit gebracht. „Das war ein Zweitliga-Wert“, ist er einerseits stolz auf seine flinken Jungs, andererseits tief enttäuscht, dass Fleißkärtchen keinen Sieg garantieren.

 Also muss am Samstag (14 Uhr) bei den Sportfreunden in Lotte noch was ganz Wichtiges dazukommen: Tore. Am besten mehr als der Gegner. Denn der liegt nur drei Punkte über Ahlen, mehr Abstiegsduell geht kaum auf dem Kunstrasen am Lotter Kreuz.

Von einem Kellerduell, einer Vorentscheidung, will Zimmermann allerdings nichts hören. „Wie? Verlieren verboten? Was soll das denn heißen?“, vermeidet der Trainer Druck, wo er ihn spürt und nimmt jeden Zwang heraus. „Wir müssen auf die Toilette und sterben, mehr müssen wir nicht“, stellt er sich hinter die Mannschaft. „Wir wollen gewinnen, das ist klar. Aber das wollen wir gegen jeden Gegner.“

Dennoch, bei aller Kleinrederei, es riecht unter diesen beiden Teams schon sehr nach Vorentscheidung, wenn auch einer noch bescheidenen. Schließlich muss neben dem Punktestand auch das Selbstvertrauen aufgefüllt werden. Immerhin gelang gegen Lotte letzten September der erste Sieg in der Regionalliga (2:1).

Das will man doch wiedererleben, und deshalb haben sie in dieser Woche noch einmal die Abläufe verfeinert und „hartnäckig Abschlüsse“ geübt, so Zimmermann, der einen ebenso verzweifelt kämpfenden Gastgeber erwartet. „Klar, die werden schon Gas geben“, schwant ihm, dass mit Lotterleben in Lotte kein Blumentopf zu holen ist. „Aber das ist ja gut für uns. Wie dürfen die einfach nicht atmen lassen“, wird Ahlen ebenso aktiv pressen und rennen, wie gegen Köln – nur mit dem besseren Resultat.

 „Wenn zwei Tore immer noch nicht reichen, dann müssen wir eben drei machen. Und am besten auch mal in Führung gehen“, nimmt der Trainer das als frommen Wunsch mit auf die Reise.

 Auf der wohl Paolo Maiella fehlt. Der hat sich im Training beim Zusammenstoß mit Marzullo die Nase gebrochen. „Da sieht man mal, wie die im Training rangehen“, seufzt Zimmermann. Ein Fleißkärtchen, so hört man, gab es für Marzullo dafür aber nicht.

SOCIAL BOOKMARKS