„Leben ohne Sport schwer vorstellbar“
Bild: Wegener
Auf Abschiedstournee: Kapitän Mattes Rogowski beendet beim Handball-Drittligisten Ahlener SG nach der Saison seine aktive Laufbahn. Derzeit ist er als Spieler und in seinem Beruf mit der Corona-Zwangspause befasst.
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Die Liga ist – wie alle anderen – bis auf Weiteres im Ruhemodus. Die Sporttasche ist wie im Frühsommer beiseite geräumt. „Eigentlich hätte ich am Samstagmittag in Ruhe noch ein paar Nudeln mit Gemüse gegessen“, verrät der 33-Jährige, der mit seiner Freundin Katharina in Münster lebt. „Und dann wäre ich um 15.30 Uhr am Treffpunkt erschienen, um nach Hagen zum Spiel gegen den TuS Volmetal zu fahren.“

Erfahrungsgemäß hätte die Anspannung von Minute zu Minute zugenommen. Schließlich wollten Rogowski und seine Mitstreiter mit einem Sieg gegen den Tabellenelften einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Doch an diesem Samstag blieb der Puls des Handballers im Normalbereich. Kein Spiel, keine Punkte – stattdessen Freizeit satt. „Ungewöhnlich“, sagt der Blondschopf. „Aber ich mache das Beste daraus.“

Für den scheidenden Kapitän, der nach der Saison seine Handballschuhe an den sprichwörtlichen Nagel hängen will, geht es nicht nur darum, seine Freizeit nach Trainings- und Spielabsagen neu zu organisieren. Rogowski muss sich mit seinen Kollegen von der Deutschen-Handball-Liga auch beruflich neu erfinden. „Erst einmal sind alle Spiele abgesagt“, erklärt er. „Es ist nicht absehbar, was weiter passieren wird. Jetzt ist Krisenmanagement angesagt. Zum Glück bin ich in der Lage, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Wie es im Profisport weitergehen wird, kann keiner sagen.“

Aber der Münsteraner blickt optimistisch in die Zukunft. Kein Wunder, denn im Sommer wird er zum ersten Mal Vater. Dass sich angesichts dieses freudigen Ereignisses der Blick auf Leben und Sport verändert, ist normal.

Am zurückliegenden Samstag war nichts wie sonst in der Saison. Statt zum Treffpunkt zu fahren, sich mit den Mitspielern auf die Partie in Hagen einzustimmen, sich mit Trainer Sascha Bertow über taktische Finessen auszutauschen, hatte der ASG-Kapitän, der seit zwölf Jahren das Ahlener Trikot trägt, Zeit, um mit seiner Partnerin einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. „Anders, aber auch schön“, sagt Rogowski.

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