Lebenszeichen des SC Wiedenbrück
Bild: Dünhölter
Jubel über einen überlebenswichtigen Treffer: Vorbereiter Daniel Schaal (l.) und Torschütze Patrick Schikowski feiern das 1:0 des SC Wiedenbrück.
Bild: Dünhölter

Der letzte Angriff der Partie löste einen Orkan aus, zumindest für Wiedenbrücker Verhältnisse. Auf der Haupttribüne fiel sich der Vorstand in die Arme, auf der Gegengerade wurden die Fäuste in Richtung Himmel gereckt und auf dem Rasen bildete das komplette Team des SCW, inklusive aller Ersatzspieler und Betreuer, ein einziges Jubelknäuel. „Für den Kopf war dieser Sieg in letzter Minute unglaublich wichtig“, sagte Trainer Björn Mehnert etwas später, als das 1:0 gegen den SV Rödinghausen schon etwas verarbeitet war. Vorstandsmitglied Christian Brentrup erklärte erleichtert: „Wenn irgendjemand meint, wir wären schon k.o. - das sind wir noch lange nicht, wir leben noch.“

„Ein Sieg des Willens“

Es lief bereits die zweite Minute der Nachspielzeit, das 0:0 war im Grunde schon in Stein gemeißelt - und wurde dann doch noch pulverisiert. Daniel Schaal leitete einen Konter über die linke Seite ein und bediente den in der 67. Minute eingewechselten Patrick Schikowski. Der zog in den Strafraum, in der Mitte waren sowohl Schaal als auch André Warkentin mitgeeilt, doch Schikowski machte es auf die kompromisslose Art. Sein Schuss flog ins Tor - und der SC Wiedenbrück vergaß für einen Moment alle Abstiegssorgen. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte Torschütze Schikowski nach dem Schlusspfiff.

Wichtiger Impuls

Aufgrund der Ausfälle von Kamil Bednarski und David Loheider litt der SCW in dieser einmal mehr wichtigen Partie unter akutem Stürmer-Notstand. Das war dem Wiedenbrücker Spiel vor 520 Zuschauern besonders in der ersten Halbzeit deutlich anzumerken. Daniel Brinkmann spielte noch den offensivsten Part, im Strafraum jedoch mangelte es an Anspielstationen. Das Beste am ersten Durchgang war die Tatsache, dass zur Halbzeit ein 0:0 stand, weil auch dem Tabellendritten Rödinghausen offensiv kaum etwas gelang. Nach dem Seitenwechsel investierte der SCW mehr, die Einwechslung von Schikowski nach 67 Minuten war zudem ein wichtiger Impuls. Wieder einmal blieben jedoch mehrere Chancen ausgenutzt - bis zu jener zweiten Minute der Nachspielzeit, bis zum 1:0. Da Wattenscheid parallel mit 3:1 gegen Kaan-Marienborn gewann, blieb der Abstand zu Rang 15 bei drei Punkten.

SC Verl hält sich an den Plan

Dem Nachbarn aus Wiedenbrück einen Gefallen tat am Samstag der SC Verl. Denn das Team von Guerino Capretti siegte zum Einstand der ehemaligen Nationalspielerin Inka Grings als Trainerin mit 2:0 beim SV Straelen, der auf Rang 14 - dem ersten definitiven Nichtabstiegsplatz - nur noch zwei Punkte vor Wattenscheid und fünf über dem SCW steht. Und dieser Verler Auswärtserfolg war keineswegs unverdient. Trainer Capretti war jedenfalls zufrieden: „Meine Spieler haben sich an den Plan gehalten und sich von dem Rummel nicht ablenken lassen.“

Erst Stöckner, dann Schröder

Eine vorentscheidende Szene spielte sich kurz vor der Halbzeit ab: Straelens Kai Schwertfeger, der nach einer halben Stunde wegen Meckerns bereits verwarnt worden war, leistete sich ein Foul und flog folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz. Nach dem Seitenwechsel schaffte der SC Verl zügig klare Verhältnisse: In der 50. Minute hielt Julian Stöckner nach einer Ecke am langen Pfosten den Fuß hin - das 0:1. Fünf Minuten später scheiterte Aygün Yildirim nach einem Foul an Sergej Schmik an SVS-Schlussmann Ishibashi, im Nachsetzen verwandelte jedoch Jannik Schröder - das 0:2. Da anschließend ein Aufbäumen der Gastgeber ausblieb, reichte das bereits zum souveränen Auswärtssieg.

Die kompletten Analysen und weitere Reaktionen zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am 28. Spieltag der Regionalliga West lesen Sie am Montag, 8. April, in der „Glocke“.

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