„Leistungssprung meines Lebens“
Bild: Becker
Bereit für den Ironman auf Mallorca: Triathlet Gregor Rüschoff schultert sein spezielles Zeitfahrrad aus Carbon. Auf der Balearen-Insel will der Marienfelder unter zehn Stunden bleiben.
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„Unter zehn Stunden wäre gut“, sagt Rüschoff, der 2009 auf Lanzarote in 10:30:42 Stunden sein Ironman-Debüt gegeben hatte und als Triathlet der ersten Stunde gilt: 1983 finishte er als erster noch aktiver Dreikämpfer aus dem Kreisgebiet im zarten Alter von 15 Jahren den Schieder-Triathlon und ist dem Sport stets treu geblieben.

Seinen Leistungsschub habe er durch ausgesprochen langsame Trainingseinheiten in Verbindung mit besonders harten Doppeleinheiten erfahren, sagt Rüschoff. Die hat ihm Ex-Radprofi Jörg Ludewig, zugleich sein Arbeitskollege, vermittelt und vorgelebt.

„Wenn Du Dich für den Schmerz entschieden hast, kannst Du den auch bis hinter die Bergkuppe aushalten“, hat ihm Ludewig gesagt. Rüschoff hat es übernommen und parallel zum Training „Gewicht gemacht“, ebenfalls mit einer „Zauberformel“ von Jörg Ludewig: „Esse nix after six“.

Der Mallorca-Ironman, der in der Bucht von Alcudia gestartet wird und mit dem Rad zweimal über den halben Puig Major führt, wird für Gregor Rüschoff der erste Triathlon in dieser Saison sein. Andere Ziele standen zuvor im Blickpunkt. Im Sommer gab er seine Premiere bei der Sieben-Etappen-Fahrt „Trans-Alp“. Ende April bestritt er seinen 25. Hermannslauf mit seinem 19-jährigen Sohn Mats in zweieinhalb Stunden.

Für Gesprächsstoff sorgt mitunter das 15000 Euro teure Zeitfahrrad des ehemaligen Einzelhändlers, der sein Lebensmittelgeschäft 2007 aufgab und sich danach mit dem bundesweiten Verkauf von Laufrädern und leichten Rahmen auch beruflich dem Sport verschrieben hat.

Als er neulich eine Brille abholen wollte, staunten die Angestellten des Optiker-Geschäfts jedenfalls nicht schlecht. Weil er für das Rad kein Schloss hatte, nahm Rüschoff den schwarzen Renner kurzerhand mit in den Laden. „Dass einer mit Fahrrad reinkommt, hatten wir noch nie. Aber dass jemand sich draufsetzt und rausfährt, war noch eine Steigerung“, erzählten die Angestellten.

In Marienfeld kennen sie ihn, aber als Gregor Rüschoff neulich von einer Trainingsfahrt zurück mit seinem Rad samt Scheibe über den Oldtimermarkt am Kloster rollte, hätten sich einige Besucher vom Chrom und glänzenden Lack abgewandt und lieber das Carbon gestreichelt. „Der hat mit seinem Fahrrad den Oldtimern glatt die Schau gestohlen“, erzählte ein Augenzeuge.

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