Liesborn und SVO fordern Große heraus
Bild: Rollié
Rolands Schlussmann Christopher Sander wird heute Abend vermutlich seltener im Blickpunkt stehen als sein Liesborner Kollege. Der Oberligist ist im Klostergarten klar favorisiert.  
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Diese Spiele haben immer besonderes Flair, so auch die Partie heute Abend (19 Uhr) zwischen dem Bezirksligisten SV Liesborn und dem Oberligisten SC Roland. Beide Trainer setzen auch auf die Karte Rotation: „Im Hinblick auf Sonntag werde ich ein paar Leuten die Chance geben, sich zu zeigen“, sagte Liesborns Ralf Heider.

Sein Kollege Ismail Atalan wird auf jeden Fall die angeschlagenen Akteure schonen: „Erdal Kaleoglu und Emir Bajric werden mit Sicherheit nicht von Anfang an spielen, aber alle fahren mit. Wer zum Einsatz kommt, ist die andere Frage.“ Schließlich wurde der Kader für die drei Klassen höhere Oberliga zusammengestellt. „Die Truppe muss in der Lage sein, das Spiel zu gewinnen.“ Auch dann, wenn einige Reservisten zum Einsatz kommen.

Ist der Rotationsaspekt ähnlich, gibt es Unterschiede bei der Herangehensweise. „Natürlich sind wir Außenseiter, aber wir wollen unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen und uns Selbstbewusstsein für Vorwärts holen“, stellte Heider klar, dass man sich nicht kampflos ergeben werde. Hinten wenig zulassen und vorne ein paar Chancen kreieren, das Ergebnis nicht ganz so hoch ausfallen lassen. Sein Gegenüber Ismail Atalan hat selbstverständlich andere Pläne: „Wir wollen den Leuten zeigen, wer in der Oberliga spielt. Ich möchte nicht mit Hängen und Würgen weiterkommen, sondern ein klares Ergebnis erzielen.“

Im Westfalenpokalspiel beim Landesligisten SV Höxter reichte es unter ähnlichen Bedingungen zu einem knappen 1:0-Sieg. „Ich erwarte, dass wir in den Zweikämpfen cleverer sind und den Ball besser laufen lassen“, forderte Atalan. Dem Liesborner Verantwortlichen Ralf Heider würde es wohl schon genügen, wenn Roland besser ist, aber ein Konter in der 90. Minute zum Heimsieg reicht . . .

Oelde  (uwe). Nimmt man die gute Laune der beiden Trainer als Maßstab, ist die Pokalpartie ein Muss für alle Freunde des munteren und inspirierten Fußballs.

„Die hauen wir doch weg“, lacht sich Dominik Kretz ins Spitzenreiter-Fäustchen. Zwar nur Primus in der Kreisliga A, aber dafür schon seit mehr als einer Saison ungeschlagen. Und das gibt dem Kollegen Marco Antwerpen natürlich zu denken. „Beide noch ohne Niederlage. Wir müssen aufpassen“, spielt der Übungsleiter von RW Ahlen bei diesem Vorgeplänkel ebenso beschwingt mit.

Recht wahrscheinlich, dass es in Oelde ab 19 Uhr so flockig weitergeht, denn der Außenseiter geht ebenso frisch ans Werk wie der haushohe Favorit. Sensation inklusive? „Klar, warum nicht? Letztes Jahr hatten wir doch auch fast gegen RWA gewonnen“, erinnert Kretz an 2013, als Oelde zur Halbzeit eine 2:0-Führung verpasste und schließlich noch 1:6 verlor. „Aber unglücklich“, betont der Trainer, der sich in der ersten Runde so gut wie möglich verkaufen will.

Derweil gibt Antwerpen das Toreschießen als Tagesbefehl aus. „So viele wie möglich“, erwartet er, dass seine Mannschaft das Einnetzen übt und so Selbstvertrauen aufbaut. Dafür schickt er auch seine zuletzt zweite Reihe ins Pokalgefecht. Von Hinkerohe im Tor über Vasiliou im Sturm, Lehmann, Tipkemper bis hin zu Meschede, Richter und Yildirim. Dass sein Oberligist das Ding klar macht, ist dabei selbstverständlich.

Aber abwarten. Kretz besitzt sogar die Kaltblütigkeit, gegen Ahlen zu experimentieren. „Vielleicht ein neues System, ein bisschen pressen“, will er seine Jungs für neue Taktiken „sensibilisieren“. Hauptsache, so viel Spaß wie möglich und dabei selbst ein bis zwei Törchen schießen. „Am liebsten würd’ ich acht Mal wechseln, damit alle was davon haben“, ist Dominik Kretz schon ganz vergnügt und fordert die Gäste heraus: „Kein Verein aus der Region gewinnt gegen uns zweistellig!“ Wunderbar, die Wette gilt.

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