Mehr als eine bloße Scheckübergabe
Bild: Hoheisel
Man kennt sich, man schätzt sich: Am Donnerstag hat eine Abordnung von „Laufen und Gutes tun“, den Organisatoren des Volkslaufs in St. Vit, dem Kinderhospiz in Bethel einen Besuch abgestattet. Im Gepäck hatten sie einen Scheck über 12 000 Euro.
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Im hellen Eingangsbereich des Kinderhospizes Bethel steht auf einer Anrichte eine große Kerze. Brennt sie, ist an diesem Tag ein Kind, das bis zuletzt von der Einrichtung betreut worden ist, verstorben. Am Donnerstagabend brennt sie nicht. Es ist ein guter Tag im Kinderhospiz Bethel. Das liegt auch an den 13 Besuchern aus St. Vit, die sich in Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Bielefeld gemacht haben. Im Gepäck einen Scheck über 12 000 Euro. Es ist der Großteil der Summe, die „Laufen und Gutes tun“ Anfang September im Rahmen des zwölften Volkslaufs in St. Vit gesammelt hat.

„Auch in einem Kinderhospiz wird viel gelacht“

Es ist fast 17 Uhr, als die kleine Abordnung in dem Eingangsbereich darauf wartet, in Empfang genommen zu werden. Die Atmosphäre schwankt zwischen Beklommenheit, Nervosität und Vorfreude. „Es ist ja eigentlich ein freudiger Anlass“, sagt Nina Post, Mitglied von „Laufen und Gutes tun“. Sie betont außerdem: „Und auch in einem Kinderhospiz wird viel gelacht.“ Wenig später kommt Stefan Schwalfenberg, Oberarzt in dem Kinderhospiz, um die Ecke. Ein Händedruck hier, ein lockerer Spruch dort. Man kennt sich, man schätzt sich. Auf die große Unterstützung aus dem kleinen Dörfchen St. Vit ist ja nun auch schon seit zwölf Jahren Verlass.

Aufrichtiges Interesse beiderseits

Genaugenommen geht die Spende aus den Erlösen des Volkslaufs an „Der Weg nach Hause“ mit Sitz in Bethel. Ein Palliativteam von Kinderkrankenschwestern, Kinderärzten und Sozialarbeitern, das – vereinfacht gesagt – schwer erkrankte Kinder und deren Familien ambulant versorgt und unterstützt. Stefan Schwalfenberg erklärt daraufhin, wie die Spenden eingesetzt werden, und führt durch die Einrichtung. Der Arzt nimmt sich Zeit. Und die Besucher hören gespannt zu, nicken, stellen Fragen. Es ist mehr als eine bloße Spendenübergabe. Es ist ein Austausch – mit aufrichtigem Interesse beiderseits. Nach zwei Stunden sagt Michael Küker von „Laufen und Gutes tun“: „Für uns ist dieser Besuch auch immer wieder eine Motivation für den Lauf im nächsten Jahr.“ Wenig später machen sich die Gäste aus St. Vit auf den Rückweg. Die große Kerze brennt nach wie vor nicht. Es bleibt ein guter Tag im Kinderhospiz Bethel.

Ein Kurz-Interview mit Stefan Schwalfenberg, Oberarzt im Kinderhospiz Bethel, über „Laufen und Gutes tun“ lesen Sie am Samstag, 19. November, in der „Glocke“.

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