Mit Wucht ins Glück: 5:4 in Minute 96
Bild: Steinecke
Ihm gelang das entscheidende Tor: Stefan Forthaus traf in der Nachspielzeit zum 5:4 für den SV Spexard.
Bild: Steinecke

Im Heimspiel gegen den TuS 05 Sinsen musste der Fußball-Westfalenligist nach einer 4:1-Führung (!) in der 93. Minute zunächst das 4:4 hinnehmen. Doch dann, die sechste Minute der Nachspielzeit: Mit einem Schuss von der Strafraumgrenze traf Stefan Forthaus mit voller Wucht ins Glück und setzte mit diesem 5:4 den Schlusspunkt hinter eine äußerst denkwürdige Begegnung.

„Nicht gut für‘s Herz“

„Man man man . . . “, begann Spexards Trainer Giovanni Taverna kurz nach dem Schlusspfiff seine Analyse. „Das ist nicht gut für‘s Herz“, sagte er außerdem. Wichtig war der Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf aber allemal – schließlich kletterte der Aufsteiger dank dieser drei Punkte bis auf Platz acht. „So ein Spiel brauche ich trotzdem nicht jede Woche“, ergänzte Taverna – und musste fast schon lachen.

Partie eigentlich schon gelaufen

Es würde den Rahmen sprengen, jedes einzelne der neun Tore in der Entstehung zu beschreiben. Deshalb hier eine Kurzfassung: In der 16. Minute bestrafte Patrick Goecke einen Fehler der SVS-Defensive mit dem 0:1. Doch die Hausherren schlugen noch vor der Pause zurück. Erst traf Marco Gieseker mit einem Traumtor in den Knick (39.) zum 1:1, dann legte Charbel Abdullahat beinahe mit dem Pausenpfiff nach. Und nachdem erneut Abdullahat (54.) und der eingewechselte Björn Berenbrinker per Elfmeter (65.) im zweiten Durchgang zum 4:1 erhöht hatten, war die Partie eigentlich schon gelaufen.

Beinahe ins Verderben gerannt

Doch anstatt nun ruhig und kompakt weiterzuspielen und das nette Ergebnis über die Zeit zu bringen, rannte Spexard fast ins Verderben. Den Anfang machte David Jedra mit einem Kopfball ins eigene Tor (68.) mit dem 4:2, acht Minuten später fiel das 4:3. Was folgte, war eine Nachspielzeit, bei der die Umschreibung „Spektakulär“ fast schon eine Untertreibung ist. Zunächst das 4:4 in der 93. Minute – und Sinsen freute sich bereits über seine verrückte Rückkehr. Doch dann sah Patrick Goecke nach rüdem Einsteigen gegen Justin Kemper die Rote Karte. Kurz darauf landete der Ball vor den Füßen von Stefan Forthaus – der Rest war eine Jubel-Explosion in Rot und Weiß.

Einen Kommentar zum 5:4-Sieg des SV Spexard gegen Sinsen sowie den Bericht zum Spiel des anderen Westfalenligisten Victoria Clarholz in Delbrück lesen Sie am Montag in der „Glocke“.

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