Mit der puren Freude am Fußball
Bild: Wegener
Guter Dinge bei einer kurzen Pause: Günter Rodenbeck (v. l.), Trainer des Lippstädter Teams, Nils Weimann vom TuS Wadersloh und ebenfalls bei der WfB beschäftigt, sowie Spieler Sebastian Kleikemper beim Turnier für Menschen mit einer Behinderung.
Bild: Wegener

Wenn Nils Weimann das so erzählt, wäre man am liebsten dabei gewesen. „Die Spieler haben sich gefreut wie Profis, die seit 100 Jahren auf den WM-Titel hinfiebern.“ Die Rede ist von einem der beiden Teams der Werkstatt für Behinderte (WfB) aus Lippstadt. Diesem ist es am Samstag endlich gelungen, sich beim eigenen Turnier die Krone aufzusetzen.

Es war schließlich schon die achte Auflage dieses außergewöhnlichen Wettbewerbs, den die WfB gemeinsam mit dem TuS Wadersloh in der Mauritzhalle auf die Beine stellt. „Und die letzten Jahre haben unsere Mannschaften immer Prügel bezogen“, blickt Weimann zurück. Er ist bei der Lippstädter Einrichtung beschäftigt, engagiert sich dazu im Jugendvorstand des TuS – und ist somit ein guter Ansprechpartner, wenn es um das Turnier geht.

Pause wurde einfach zu lang

Kurz zu dessen Entstehungsgeschichte: Irgendwann wurde bei der Werkstatt für Behinderte ein Fußballteam gegründet, jeden Freitag nach Feierabend wird bis heute nach Herzenslust gekickt. „Mit den Jahren entstand dann ein Liga-Betrieb“, berichtet Nils Weimann. Da die Spielpause zwischen Herbst und Frühjahr so lang war, reifte die Idee zu einem Turnier. In Lippstadt selbst war das Angebot an Hallen spärlich.

Doch dank Weimann gab es ja gute Verbindungen nach Wadersloh, wo nun also bereits zum achten Mal gekickt wurde. Teams aus Lippstadt, Gütersloh, Essen, Herford, Minden oder auch Lemgo trafen am Samstag in zwei Turnieren aufeinander.

„Das hat richtig Spaß gemacht“

Nach all den Jahren auf dem Feld oder in der Halle kennen sich die Spieler, die entweder eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung haben, sowie ihre Trainer natürlich gut. Was aber keinen daran hindert, Jahr für Jahr gewinnen zu wollen. „Diesmal war es sehr ausgeglichen. Das hat schon richtig Spaß gemacht“, betont Nils Weimann. Er ergänzt: „Das Niveau bei dem Turnier ist nebensächlich. Aber da herrscht die pure Freude am Fußball.“

Mit von der Partie war auch Sebastian Kleikemper aus Liesborn. Der 28-Jährige ist für die WfB Lippstadt in Mastholte beschäftigt – und jeden Freitag beim Fußballtraining dabei. „Sport ist sein Ein und Alles“, sagt seine Mutter Christel Kleikemper. Am Samstag belegte ihr Sohn mit seinem Team den dritten Platz, Kleikemper erzielte ein Tor. „Fast zwei“, stellt er klar, „aber einmal habe ich die Latte getroffen.“

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