Mönigs Kampf gegen Gosda in heißer Phase
Kampf an mehreren Fronten: Insolvenzverwalter Michael Mönig klagt vor allem gegen gegen Gosda und dessen Firmen.

 In der Akte, die unserer Redaktion vorliegt, listet Mönig Fakten auf, die vor allem seinen juristischen Kampf mit dem ehemaligen Präsidenten Heinz-Jürgen Gosda und seinen Gesellschaften dokumentieren. Mönig schreibt von seinem „Vertrauen darauf, dass die „Verbindlichkeiten gezahlt“ werden würden, und notiert enttäuscht, dass sich Schuldner weigerten und sich darauf herausredeten, es habe Zusatzvereinbarungen und nur Scheinverträge gegeben, um den DFB im Lizenzverfahren zu täuschen.

 1,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten schlugen zu Buche, als das Inolvenzverfahren eröffnet wurde, Mönig, der in seinem Zwischenbericht aktuell auf zwei Konten ein Guthaben von 415 290 Euro ausweist, konnte seinerzeit aus „Lieferungen und Leistungen“ noch schnell 265 800 Euro zusammenkratzen. Der Rest indes muss teilweise weiterhin mühsam eingeklagt werden.

Darunter fallen Forderungen von 357 000 Euro gegen die Firma „Gosda Immobilien“. Einen Vergleichsvorschlag über 297 750 Euro widerrief die Firma, wurde zwar juristisch im ersten Verfahren abgeschmettert, legte aber sofort Berufung ein; der Rechtsstreit dauert noch an.

 Ebenso das Verfahren gegen die Firma „Gosda Bau“. Die 161 000 Euro aus einem Werbevertrag hat Gosda, der eine Zusatzvereinbarung aus dem Hut zauberte, die die Kosten entfallen ließen, im ersten Verfahren noch abwenden können. Das aber hält Mönig wiederum für sittenwidrig und legte seinerseits Berufung ein. Gleichzeitig wird von seinem Büro geprüft, ob auch Scheingeschäfte unter den Beteiligten einklagbar sein könnten.

Während das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Rainer Kaderka seinen Vergleich von 300 000 Euro (statt der ursprünglichen 600 000 Euro) gezahlt hat, laufen weiterhin noch Anfechtungsansprüche gegen Heinz-Jürgen Gosda, der den Vergleich gegen ihn persönlich mit einer Zahlung von 91 800 Euro statt der veranschlagten 153 000 Euro ablehnte. Auch der Kompromiss von 30 000 Euro gegenüber dem Anfechtungsanspruch von 50 000 Euro gegen Gosda Immobilien, die als Darlehen an den Verein vor der Insolvenz an die Gosda-Firma zurückgeflossen waren, wurde bislang noch nicht akzeptiert.

Hoffnung auf Vergleich ist noch nicht gestorben

Um sich vorausschauend abzusichern, zwischen den Zeilen unterstützt von der leisen Drohung der Klage auf Insolvenzverschleppung und Ansprüchen die aus den Unregelmäßigkeiten bei der Lizensierung resultieren könnten, hatte der Michael Mönig auch Feststellungsklage gegen den ehemaligen Vorstand erhoben, da zum Jahresende eine Verjährung der Ansprüche – auch gegen den damaligen Aufsichtsrat – gedroht hatte. Eine Option, die Mönig keinesfalls aus der Hand geben will.

Gemeinsam mit dem aktuellen Vorstand RW Ahlens finden derzeit Vergleichsgespräche zu allen genannten Forderungen statt, mit dem Ziel, wie Mönig schreibt, „einer wirtschaftlich tragbaren Lösung unter Vermeidung eines jahrelangen Rechtsstreites“.

Mit von der Partie: der ehemalige Sponsor Peter Evers. Ein Kredit seiner GmbH „Peter Evers Handelshaus“ von über 500 000 Euro zur damaligen Sicherung des Spielbetriebes wurde bislang mit 457 444 Euro abgerufen. Da der Betrag aber auch zu den „Masseverbindlichkeiten“ gehört, muss auch dieser Betrag noch abgestottert werden. Mit Evers aber wurde vereinbart, dass er Ansprüche gegen Sponsoren durchsetzen kann – oder es zumindest versuchen. „Sollte hier ein Ergebnis erzielt werden können, werde ich kurzfristig beantragen, eine Gläubigerversammlung zur Entscheidung einzuberufen“, stellt Mönig in Aussicht.

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