Nach 0:5 gehören Verlierer zu Gewinnern
Foto: Dünhölter
Fügte sich nahtlos ein. Als Robin Twyrdy verletzt raus musste, rückte Durim Berisha (vorne, hier gegen Sven Michel) auf dessen Innenverteidiger-Position und empfahl sich für die erste Elf.
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So deutlich das Resultat auch war, so eindeutig erkannte man im Spiel der Hausherren zahlreiche situationsgerechte Muster, wirksame Strategien, die Hoffnungen machen für die laufende Saison in der vierthöchsten Spielklasse. Amateure aus Wiedenbrück gegen Profis aus Paderborn. Vor diesem Hintergrund war die deutliche Dominanz des Zweitligisten aus der Benteler-Arena nicht erstaunlich. 

Akribisch arbeitender Trainerstab

Aber: Es hatte sich schon beim 1:1 in Essen gezeigt. Trainer Daniel Brinkmann und sein Stab arbeiten akribisch und geben ihrer sehr jungen Elf von der Rietberger Straße das notwendige Rüstzeug an die Hand. Es gab sogar im Duell gegen den Bundesliga-Absteiger diese Momente, ja sogar Phasen, in denen die Emsstädter ihre Möglichkeiten offenbarten. Das Vorrücken der drei Reihen zu Beginn beider Halbzeiten, das Anlaufen des Gegners, der Verzicht auf plumpes Gebolze. Ungezielte Befreiungsschläge gehörten nur in Ausnahmefällen zum Repertoire des SC Wiedenbrück.

Stattdessen hatte das Trainerteam seiner Elf Ideen vermittelt, um Paderborn auch in der Defensive zu beschäftigen. Beispielsweise die langen Bälle – meistens von Oli Zech – auf die schnellen Außen Niklas Szeleschus und Phil Beckhoff. Letztgenannte schafften es mehrfach, bis an die Grundlinie vorzudringen und gute Flanken zu schlagen. Einige Male tauchte das Regionalliga-Team sogar im SCP-Strafraum auf und kam zu Abschlüssen von Szeleschus, vom wieder sehr agilen Lucas Klantzos und von Saban Kaptan. 

Ein neues „Wir-Gefühl“

All dies war nicht dem Zufall geschuldet, sondern Teil eines Plans. Auffallend war auch, dass die Spieler der unterlegenen Mannschaft in den Gesprächen nach der Partie oft das Wort „wir“ in den Mund nahmen, selbstkritisch mit sich ins Gericht gingen und keine Schuldzuweisungen formulierten. Der Teamgedanke spielt eine große Rolle beim aktuellen SCW. „Jeder läuft für den Anderen“, betonte Oliver Zech und machte damit seinen Mitspielern ein großes Kompliment.

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