„Neue Maßnahmen unbedingt einhalten“

Pferde müssen jeden Tag die Möglichkeit zur Bewegung haben.

 Denn die Pferde auf den Vereinsanlagen und Pferdebetrieben können nicht für unbegrenzte Zeit weggeschlossen werden. Sie brauchen tägliche Betreuung. Mehrmals am Tag müssen sie gefüttert werden. Zudem müssen die Stallungen täglich entmistet und mit neuem Stroh versehen werden.

Doch das größte Problem ist ihre regelmäßige Bewegung. Neben dem Reiten müssen die Pferde über mehrere Stunden am Tag die Möglichkeit freier Bewegung haben. Geschieht dies nicht, drohen innerhalb kürzester Zeit schwere gesundheitliche Probleme, die auch rasch zum Tode der Tiere führen können.

 Auch der Kreis Gütersloh, in dem mehrere tausend Pferde leben, ist von der Situation stark betroffen. Ullrich Hollmann-Raabe, der im Ortsteil Holtkamp auf der Grenze zwischen Gütersloh und Bielefeld einen der größten Reitbetriebe der Region führt, hat schon vor einigen Tagen auf die Corona-Situation reagiert. So sind der Schulpferdebetrieb und Reitunterricht abgesagt.

An zahlreichen Stellen der weitläufigen Anlage sind Aushänge, wie sich die Personen, die jetzt noch ihre Pferde versorgen müssen, zu verhalten haben und welche Hygiene-Maßnahmen unbedingt umzusetzen sind. Auch auf der Homepage des Betriebs wird darauf hingewiesen, dass keine unnötigen Besuche erwünscht sind. Die angegliederte Deckstelle des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes ist nicht mehr personell besetzt.

 Am schmerzhaftesten ist für Hollmann-Raabe jedoch die Absage seines großen Dressurturniers Anfang Mai. Das hatte sich in den letzten Jahren zu einem Turnier von bundesweiter Bedeutung entwickelt und war das einzige Grand Prix-Turnier in OWL. „Es ist schon sehr bitter, unser Turnier absagen zu müssen, aber die Schutzmaßnahmen gehen vor. Wenn ich die Absage weiter herausgezögert hätte, wären die finanziellen Verluste noch größer geworden, als sie es schon jetzt sind“, so Hollmann-Raabe.

Am Mittwoch veröffentlichte das NRW- Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft einen Leitfaden zur Sicherstellung der Versorgung von Pferden unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise.

Der erfahrene Pferdemann und Betriebsinhaber Hollmann-Raabe appelliert an alle Reiter und Pferdebesitzer, die aufgeführten Maßnahmen unbedingt einzuhalten: „Wir sind in einer Krisensituation, in der es nicht mehr um die Freizeitgestaltung mit Pferden geht, sondern darum, wie sie noch unter Tierschutzaspekten angemessen versorgt und behandelt werden können.“

Maßnahmen und weiterführende Infos sind einsehbar unter:

 www.pferd-aktuell.de/coronavirus
 www.pferdesportwestfalen.de/corona-virus

www.mags.nrw

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