Nicht taktieren, sondern malochen
Defensiv eine Bank: Auch, wenn Ahlens Sven Höveler (l.) zuletzt gegen Gütersloh etwas ins Schwimmen gekommen ist, ist er ein Leistungsträger in der besten Abwehr der Liga.

„Wir wollen ja alle ans Laufen kriegen“, lässt Trainer Christian Britscho schon mal gar keine Langeweile aufkommen und freut sich schon auf den Zweitligisten VfL Osnabrück um den ehemaligen Ahlener Trainer Daniel Thioune. Was natürlich nur die hoffentlich schöne Kür ist, der aber zuerst die umso schwierigere Pflicht vorausgeht.

Und die findet nun mal in Sprockhövel statt: Und nur, weil der Liga-Dreizehnte mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Partien zum Duell bittet, lässt man sich in Ahlen davon nicht beirren. „Da gibt’s nur: Helm auf, Visier hoch und kämpfen“, schätzt Ahlens Trainer, dass die feinsinnige Taktik-Schule am Sonntag eher weniger entscheidend ist und erwartet Hausherren, die aggressiv gegen den Ball arbeiten. „Die gehen phasenweise vorne drauf und trommeln, da kann man echte Schwierigkeiten kriegen.“

Zum Glück für die Rotweißen ist die Defensive derzeit die beste der ganzen Oberliga. „Wir haben Spieler, die in allesamt auch nach hinten arbeiten. Schön, wenn sich das auch in der Tabelle bemerkbar macht“, ist Britscho stolz auf einen flexiblen Kader.

Schon mal ein Problem weniger, wenn, ja, wenn alle mitdenken. Denn da liegt der Schlüssel: „70, 80 Prozent fighten, der Rest ist dann Überlegung“, erwartet Britscho, dem am Sonntag noch Zengin, Cieslak und weiterhin Schurig fehlen, dass seine Spieler selbstständig denken und dann situativ entscheiden. „Da zeigt es sich dann, ob man wirklich gute Fußballer hat“, sagt er und beruhigt sich dann selbst: „Aber die haben wir ja.“

Besser wär’s, denn man hat ja schon was zu verlieren: Da ganz oben lässt es sich nämlich gut leben. „Es gibt Schlimmeres“, lächelt Britscho nach dem 1:1 gegen Gütersloh, „als durch ein Remis auf Platz eins zu bleiben.“

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