Nils Weimann sagt im Sommer Servus
Bild: Wegener
Neue Wege abseits des Fußballplatzes beschreiten, mehr Zeit für sich haben. Nils Weimann beendet im kommenden Sommer seine Trainerlaufbahn, die ihn von seinem Heimatclub TuS Wadersloh über Sünninghausen nach Herzfeld geführt hat.  
Bild: Wegener

„Das war eigentlich immer schon mein Plan. Ich habe mir gesagt, dass ich mit 40 nicht mehr mit 18- oder 19-jährigen arbeiten muss, wobei das echt Spaß macht“, betonte Weimann.

16 Jahre als Seniorentrainer und zuvor sechs Jahre als Übungsleiter für Jugendteams sind für ihn einfach genug. „Außerdem wollte ich mal aufhören, wenn ich noch Spaß daran habe.“ Weimann macht im Sommer zudem Schluss, um mehr Zeit für sich und andere Hobbys zu haben. „Mit 50, oder wenn ich noch älter bin, gelingt mir das wahrscheinlich schlechter“, erklärt Weimann, der beispielsweise anstelle des Trainerjobs inklusive sechs Wochen Vorbereitung die Tage auf dem Fußballplatz gerne gegen mehr Tennisspielen eintauschen würde.

Dass die Arbeit als Trainer ferner anstrengend ist, liegt auf der Hand. „Ich war nie einer und will nie einer sein, der 15 Minuten vor dem Training kommt und zehn Minuten danach wieder weg ist. Ich will stets den ganzen Verein aufsaugen, und das ist mir – glaube ich – ganz gut gelungen“, ergänzte er.

Am wichtigsten ist ihm, dass er bei den Stationen abseits seines Heimatvereins TuS Wadersloh Freunde gewonnen hat, wobei er vormals viele Menschen dort nicht einmal kannte. „Deshalb war ich auch darauf bedacht, im Kreisligabereich zu trainieren“, erklärte Weimann die Wahl der Stationen in Sünninghausen und Herzfeld.

Mangelnde Motivation oder fehlende Verlässlichkeit seiner Spieler schließt Weimann vehement als Grund für den Rücktritt aus: „Ich habe diese Frustrationsgeschichte nicht und glaube auch nicht, dass die Spieler zu wenig leisten“, stellte er klar. „Wie ich es erlebe, ist es wirklich gut, und es macht Spaß.“ Klar komme es bei bis zu 20 Jahren Altersunterschied mal vor, dass es andere Auffassungen zwischen ihm und den Jungspunden gebe, aber das sei normal. „Die Einstellung ist absolut okay, da lasse ich auf die Jungs nichts kommen.“

 

Aufstieg zum Abschied wäre ein Traum

Zum Abschied würde sich Weimann natürlich die Erfüllung des Saisonziels mit dem SC Lippetal wünschen: das wäre der lang ersehnte Aufstieg in die Bezirksliga.

Nach den kommenden beiden Spielen bei den punktgleichen Ostinghausenern und dem mit vier Zählern Abstand auf Platz eins rangierenden SC Sönnern werden der Verantwortliche und seine Kicker wissen, wohin die Reise wohl geht. Im besten Fall könnten die Herzfelder sogar an Sönnern vorbeiziehen, im schlechtesten betrüge der Rückstand zur Spitze bereits zehn Zähler.

„Das sollte Motivation für uns sein und kein lähmender Druck“, betont Lippetals Trainer. Außerdem denkt er, dass seine Mannschaft besonders gegen Sönnern etwas gutmachen will, denn bisher zog sie im Hinspiel und im Kreispokalspiel gegen diesen Gegner den Kürzeren. „Im Pokal war es verdient und in der Meisterschaft unglücklich. Jetzt rocken die alles weg und sind sehr stabil“, sagte Weimann und ahnt, dass beide Partien schwierig werden. „Es kann passieren, dass wir unsere Topleistung bringen und dennoch verlieren“, sagt er. Dazu sind die Gegner zu stark und eben auf Augenhöhe.

SOCIAL BOOKMARKS