Nur noch zwei Siege bis zum DFB-Pokal
Bild: Dünhölter
Jetzt auf Augenhöhe? Am Samstag treffen Ron Schallenberg (l.) vom SC Verl und David Hüsing vom SC Wiedenbrück im Halbfinale des Westfalenpokals aufeinander.
Bild: Dünhölter

Nur noch zwei Siege – so nahe wie in dieser Saison war Fußball-Regionalligist SC Verl in jüngster Vergangenheit selten an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit dem Kreisrivalen und Ligakonkurrenten SC Wiedenbrück muss der Sportclub im Heimspiel des Westfalenpokal-Halbfinals allerdings eine beachtliche Hürde nehmen, will er den Geldtöpfen des DFB-Pokals eine Runde näher kommen. In der laufenden Meisterschaft weist die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti eine positive Bilanz gegen die von Björn Mehnert trainierten Emsstädter auf.

„Die Null muss stehen“

Doch trotz des 1:1 zum Saisonauftakt in Wiedenbrück und des deutlichen 4:0-Siegs auf eigenem Platz zum Auftakt der Rückrunde darf sich der Sportclub nicht in der Favoritenrolle wähnen. „Wiedenbrück hat sich in der Winterpause verstärkt“, verweist Capretti auf SCW-Rückkehrer Kamil Bednarski. Allerdings darf das Capretti-Team dies auch für sich reklamieren, denn seit kurzem streift der Ex-Wiedenbrücker Aygün Yildirim das Verler Trikot über. Auf beiden Seiten sollen die Winter-Verpflichtungen vor allem für mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. „Bei uns muss trotzdem die Null stehen“, fordert Guerino Capretti. Der Sportclub-Trainer wünscht sich endlich eine Rückkehr zu mehr Stabilität in der Defensive. Ein Teil der Trainer-Hoffnung ruht deshalb auf Julian Stöckner. Der Innenverteidiger hat sich bei Capretti fit gemeldet.

SCW: Ohne Samthandschuhe in den Kampf

Der eine oder andere Trainer hätte seine Mannschaft im Vorfeld solch eines Duells mit Sicherheit noch einmal explizit auf das Ergebnis des vorherigen Aufeinandertreffens hingewiesen. Nicht so Björn Mehnert vom SC Wiedenbrück. Er sagt vor dem Halbfinale des Westfalenpokals beim Nachbarn stattdessen: „Wenn ich jetzt noch einen Spieler an ein 0:4 in Verl erinnern müsste, wäre derjenige falsch beim SCW.“ Mehnert setzt auf genügend Eigenmotivation bei seinem Team. Und die Ausgangslage vor diesem Derby der besonderen Sorte spricht ja auch tatsächlich für sich. Völlig unabhängig von jenem deutlichen Sieg des SC Verl im November.

„Narben, die man noch spürt“

Der Gewinner zieht schließlich ins Finale ein und bewahrt sich die Chance auf das große Los. „Wir sind nur noch zwei Schritte davon entfernt, in die erste Runde des DFB-Pokals einzuziehen. So oft bekommt man solch eine Möglichkeit als Spieler nicht“, erinnert Mehnert. Der Trainer des SCW erwartet demnach auch ein völlig anderes Geschehen als noch beim letzten Kreisderby, das „Narben hinterlassen hat, die man noch spürt“, wie er zugibt. Für den Samstagnachmittag an der Poststraße rechnet er mit einem „typischen Pokalfight mit Hektik und Dramaturgie, bei dem wir unseren Beitrag leisten müssen, um anschließend freudig nach Hause zu fahren“. Die Marschroute lautet: „Wir werden ohne Schaum vor dem Mund antreten, aber Verl auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.“

Weitere Hintergründe zum SC Verl und SC Wiedenbrück vor dem Halbfinale des Westfalenpokals lesen Sie am Samstag, 2. März, in der „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS