Nur warten, bis Kökschetau klingelt
Von Roland nach Kasachstan zurück? Vadim Thomas (r.) will den Sprung wagen.

Da kann man schon das große Zittern kriegen. Am Dienstag ist der Stürmer des SC Roland wieder in der Heimat gelandet und wird wahrscheinlich froh sein, sich bei seinem Noch-Arbeitgeber am Donnerstag wieder ins Training zu stürzen. Das lenkt ab. Denn der 28-Jährige hat gerade erst sein zweites Trainingslager im türkischen Antalya hinter sich gebracht – noch einmal Schaulaufen für den dort logierenden kasachischen Erstligisten Okzhetpes Kökschetau. Entweder jetzt, oder nie mehr.

 „Es ist mein Traum, diese Herausforderung zu bestehen“, sagt Thomas, der sich einer Konkurrenz von über ein Dutzend Testspielern stellen musste. „Klar, ist es auch das Geld, aber noch mehr, es mir selbst zu beweisen.“

Helfen kann ihm natürlich, dass der Steinhagener gebürtiger Kasache ist, immer noch fließend russisch spricht und jederzeit wieder die Staatsbürgerschaft bekommen kann. Damit zählt er nicht als „Legionär“ und hat sozusagen Heimvorteil gegenüber Kandidaten aus dem Ausland. Mit sieben Jahren kam Thomas nach Deutschland, mit Mama und Papa wird auf russisch parliert, nun lockt sehnsuchtsvoll die alte Heimat.

 „Vom Niveau her spielt man da ungefähr wie bei uns Ober- oder Regionalliga“, macht sich Thomas nach den Erfahrungen im Trainingslager nur wenig Sorgen, nicht mithalten zu können. Ob allerdings der SC Roland gute Miene zum Transferspiel macht, ist noch nicht ausgemacht. Sein Trainer Carsten Droll ringt noch mit sich. „Mitten in der Saison ist das natürlich ein unglücklicher Zeitpunkt. Aber als Fußballer will man ihm die Chance auch nicht verbauen.“

Also mit oder gar ohne Ablöse gehen lassen, Ersatz einkaufen oder auf den Vertrag bestehen? „Keine Ahnung, was der Vorstand plant“, sagt Droll. „Es ist auch ein bisschen surreal, weil wir zum kasachischen Verein keinen Kontakt haben. Nur über Vadim Thomas selber.“ Nun können sie ja wieder reden und verhandeln, falls der Anruf mit einer (für Thomas) guten Nachricht kommt. Der ist derweil wild entschlossen, das große Abenteuer auf seine alten Tage zu anzugehen. Nur was dann außer Fußballspielen auf ihn zukommt, das weiß er noch nicht. Denn seit er dort als Knirps weg ist, hat er Kasachstan nie mehr besucht.

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