Personalnot hier, Qual der Wahl dort
Bild: Rollié
Felix Frank (M.) könnte am Sonntag gegen Ennepetal in das defensive zentrale Mittelfeld des SC Roland rücken.
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 „Ich muss mir wohl wieder einen Sechser schnitzen“, sagt Rolands Trainer Ismail Atalan frustriert vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen den TuS Ennepetal am Sonntag (15 Uhr). Tatsächlich sind die Personalsorgen des Verantwortlichen genauso massiv wie vor einer Woche.

Mike Pihl und Michel Eising sind gesperrt, Samet Akyüz und Pascal Debowiak weiterhin verletzt, Suri Ucar noch im Urlaub. Christoph Debowiak konnte zwar wieder trainieren, ist aber ebenso wie Michael Krahn noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Immerhin hat sich Kevin Krämer zurückgemeldet.

Das sind insgesamt schlechte Vorzeichen für ein Duell mit einem Team, das bärenstarke Außenspieler in der Offensive aufbietet. „Mit Semih Yigit und Abdulah El Youbari hat Ennepetal vielleicht die besten Flügelstürmer der Liga“, erklärt Ismail Atalan. „Wir müssen die beiden doppeln, dürfen den Gegner am besten erst gar nicht in die entsprechenden Zonen kommen lassen.“

Das wird schwer genug, denn Ennepetal hat vor Wochenfrist die Partie gegen die vermeintliche Übermannschaft aus Rödinghausen nur knapp mit 0:1 verloren. „Ich habe das Spiel von einem Freund beobachten lassen. Der hat mir erzählt, dass Ennepetal in den letzten 20 Minuten einige 1000-Prozentige hatte und das Spiel hätte drehen können“, sagte Atalan und unterstrich damit die Klasse des TuS.

Die Schlappe in Bielefeld hat der Trainer mit seiner Elf unter der Woche ernsthaft thematisiert. „Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass es normal ist, zu verlieren. Wir müssen weniger Angst, weniger Respekt zeigen“, stellte Atalan beim Gedanken an die deutliche Schlappe in Ostwestfalen fest. Seine Spieler seien in der Selbstkritik sehr ehrlich gewesen und hätten gelobt, gegen Ennepetal „wieder Gas zu geben“.

Bleibt nur noch die Sache mit dem Sechser. Derzeit denkt Atalan unter anderem daran, Felix Frank für diese Position umzufunktionieren.

Wie schön, wenn einem alle Türen offen stehen. Denkt sich auch Carlos Castilla. RW Ahlens Übungsleiter machte unter der Woche klar, in welche Richtung es gehen soll. „Ich habe die Jungs richtig rangenommen.“ Von Ausruhen nach dem 1:0-Sieg über Hamm keine Spur. Nun müssen einige Spieler sogar um ihre Stammplätze zittern.

Carlos Castilla lässt sich vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr) bei Westfalia Herne nämlich wieder was Neues einfallen. „Ich werde die Mannschaft auf zwei oder drei Positionen verändern“, erklärt Castilla, der trotz des Erfolges zum Oberliga-Start nicht zufrieden war. „Es gibt noch reichlich Ansätze, wo wir uns verbessern müssen“, sagt Castilla. Spielaufbau, Ballsicherheit, Chancenverwertung.

Deshalb lässt der Übungsleiter rotieren, um mit einem glücklichen Händchen für mehr Stabilität zu sorgen. Doch nicht nur weil er muss, sondern weil er es kann. „Ich habe genügend Alternativen.“ Deshalb heizte Castilla seinen Schützlingen ganz schön ein im Training. „Jeder kann sich beweisen und hat eine Chance.“

Ein heißer Kandidat für einen Startelf-Platz ist Maik Bollmann, der gegen Sprockhövel im Pokal Rot sah und daher gegen Hamm fehlte. Wer weichen muss, will Castilla nicht verraten. „Ich gucke mal. Aber diese Wechsel sind notwendig“, sagte RW Ahlens Trainer, der seiner Mannschaft den Konkurrenzkampf schmackhaft machen will.

Früchte sollen die Maßnahmen bereits in Herne tragen. „Das wird ein schweres Spiel, aber wir wollen punkten“, gibt sich der Coach ehrgeizig und fordert eine ähnlich starke Zweikampfleistung wie schon gegen Hamm. „Wir sind in der Lage, den Kampf anzunehmen.“ Drauf stellen sich die Rot-Weißen ein. „Herne kommt lediglich über den Einsatz und die Laufbereitschaft“, sagt Castilla, der die Krallen ausfährt: „Wir sind bereit.“

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