RSF Ahlen: Neue Leitung, alte Sorgen
„Die Zeche ruft ...“ - nicht: Auch diesen Frühling fiel das Radrennen der RSF Ahlen aus. Wie es mit den Veranstaltungen weitergeht, ist offen.

 „Ich bin sehr erleichtert mit Jürgen und Hans zwei gute und motivierte Mitglieder in den Vorstand zu bekommen“, so der Vorsitzende Torsten Riepl, der aber weiß, dass die Aufgaben auch neben der grassierenden Pandemie deshalb nicht leichter werden.

Stemmer und Peiler, die den nach fünf Jahren ausgeschiedenen Willi Schnafel und Martina Rusak im Amt folgen, erben die schwere Herausforderung, den Verein in eine belebtere Zukunft zu führen. Noch sind die RSF im Raum Ahlen Ansprechpartner Nummer eins, wenn es um Radsport geht, aber wie lange noch?

„Unser großer Nachteil ist, dass wir einfach keinen Nachwuchs auf Dauer rekrutieren können“, sagt Torsten Riepl. Mit Amelie Kneisler hat der 80-Mitglieder-Verein sage und schreibe gerade mal eine Jugendfahrerin mit sportlichem Ehrgeiz am Start. „Die Überalterung ist das große Problem“, weiß der Vorsitzende. „Die Jugend hat einfach kaum noch Zeit, länger auf dem Rad zu sitzen.“

Der ambitionierte Nachwuchs wird zusätzlich von großen Vereinen, wie etwa dem RSV Unna, in der weiteren Nachbarschaft abgeschöpft, so dass in der Rad-Provinz „kaum noch einer Rennen fahren will“, so Riepl. Das letzte starke Jugendteam fuhr in Ahlen vor acht Jahren. Danach kam nichts mehr nach.

Gleichzeitig werden publikumswirksame Veranstaltungen wie das am 9. Mai geplante Rennen an der Halde („Die Zeche ruft“) coronabedingt abgesagt. Die Außen-Werbung in eigener Sache bleibt also im wahrsten Wortsinne auf der Strecke. „Die Tendenz geht eindeutig Richtung Breitensport“, sagt der Vorsitzende mit weinendem und lachendem Auge. Einerseits hält das die Mitglieder an der Stange. Andererseits, so Riepl: „Mit einem Hollandrad über die Straßen bummeln, damit haben wir es eigentlich nicht so.“ Und er räumt ein: „Es herrscht vielleicht eine gewisse Gleichgültigkeit. Das müssen wir uns auch selbst ankreiden.“

 Bleibt also die Radtouristik am 18. September, auf die man sich freuen kann. Zwar kein rasantes Amateur-Rennen über Ahlens Straßen, aber Hauptsache die Leute bewegen sich. Und der Verein lebt.

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