RV Geisterholz freut sich über Turnier
Foto: Hartwig
Im M- und im S-Springen lieferten Hubertus Große-Lümern und Ab geht´s zwei erfolgreiche Runden ab. Überhaupt war der Profi vom RFV Vornholz froh, nach monatelanger Zwangspause endlich wieder bei einem Turnier starten zu dürfen.
Foto: Hartwig

Doch das Osterwochenende bescherte nun dem RV Oelde und seinem Late-Entry-Springturnier für professionelle Reiter endlich Glück. Trotz einiger Wetterkapriolen am Ostermontag mit Schnee, Graupelschauern und starkem Wind sowie einem strengen Hygiene-Konzept verliefen die beiden Turniertage absolut störungsfrei und reibungslos.

Zwei Premieren gelungen

Dabei konnten die Oelder gleich zwei Premieren feiern. Denn erstmals wurde auf dem im vergangenen Jahr neu angelegten Außenplatz ein Turnier ausgetragen und erstmals richtete der Verein dabei ein Springen der schweren Klasse aus. Viel Sorgfalt hatte der Verein auf die Entwicklung und Einhaltung eines strengen Hygiene-Konzepts verwendet. Zugelassen waren nur professionelle Reiter, die auch jeweils nur eine Begleitperson mitbringen durften, um sie bei der Vorbereitung ihrer Pferde zu unterstützen. Besucher waren nicht zugelassen und auf der gesamten Anlage herrschte konsequente Maskenpflicht, von der die Sportler lediglich beim Reiten befreit waren. Ein Einbahn-Wegekonzept sorgte für kreuzungsfreie Bewegungen und an jeder Ecke standen Desinfektionsmittel bereit. 

Die großzügigen Platzverhältnisse sorgten zudem dafür, dass sich die Reiter nicht zu nah kamen. Das Prüfungsangebot am Samstag richtete sich in erster Linie an jüngere Pferde. Von den für 2020 3788 angemeldeten Turnieren in Deutschland waren 1903 coronabedingt abgesagt worden. Verständlich also, dass Profi-Reiter auch weite Wege auf sich nahmen, um in Oelde ihre jungen Pferde an den Start zu bringen, wie Jan Wormstall erzählt, der an beiden Tagen aus Recke anreiste: „Für eine Springpferdeprüfung mal eben eine Strecke von gut 100 Kilometern zu fahren, wäre in normalen Zeiten kaum vorstellbar. Aber jetzt sind wir ganz dankbar, dass es überhaupt Möglichkeiten gibt, unsere Pferde zu starten. Ich bin das erste Mal hier in Oelde und kann sagen, dass die Bedingungen wirklich toll sind. Besonders der neu angelegte Springplatz ist super und hat auch dem Wetter perfekt standgehalten. Ich komme gerne wieder nach Oelde.“

Starke Konkurrenz für heimische Reiter

Die starke Konkurrenz aus ganz Westfalen und Niedersachsen sorgte dafür, dass sich die Profis aus dem Kreisgebiet ordentlich anstrengen mussten, um bei der Schleifenvergabe ein Wörtchen mitzureden. Am besten gelang dies im Springen der Klasse L für jüngere Pferde René Sontag vom RV Geisterhol und dem für den RFV Vornholz startenden Alexander Rottmann. So sicherte sich Sontag mit dem siebenjährigen Westfalen Colydor die erste und Rottmann auf Ignatius FBH die zweite Abteilung. Im abschließenden M-Springen belegte Rottmann mit Climax hinter dem Sieger Steffen Bröckmann (Bönen) mit Cloé B den zweiten Platz. 

Auch der Montag begann zunächst mit einer Springpferdeprüfung der Klasse A für fünf- und sechsjährige Pferde. Hier gingen gleich die ersten drei Plätze an Reiter aus dem Kreisgebiet. Hinter Sara Alogtsson-Ostholt (Schweden/RFV Warendorf), die mit ihrer Stute Dinathia die Prüfung mit der Wertnote 8,5 gewann, belegten Vivien Schauren (RV Geisterholz) mit Darkness und Felix Flinzer (RFV Milte-Sassenberg) mit Paula de la Corsta RF gemeinsam mit der Wertnote 8,4 den zweiten Platz. 

Bekannt für schnelle Ritte

René Sontag, bekannt für schnelle Ritte, sicherte sich in der ersten Abteilung des L-Springens mit Dádiva de Vida seinen zweiten Sieg beim Turnier in Oelde, was die Gesamtsumme seiner Siege in dieser Klasse auf 102 steigerte. Vivien Schauren, ebenfalls oft flott unterwegs, gewann mit Carthaga die zweite Abteilung. Hubertus Große-Lümern (RFV Vornholz), der an beiden Tagen mit verschiedenen Pferden bereits mehrere Platzierungen errungen hatte, durfte sich mit der Holsteiner Stute Ab geht´s genauso über einen zweiten Platz in der ersten Abteilung des M-Springens freuen wie Alexander Rottmann, der mit Amity FBH Zweiter in der zweiten Abteilung wurde. 

Große-Lümern, seit Jahren einer der erfolgreichsten Springreiter des Kreises, zeigte sich im Anschluss dankbar für die Möglichkeit, seine Pferde wieder einmal auf einem Turnier reiten zu können: „Der erste Lockdown im vergangenen Jahr war ja noch zu verschmerzen, zumal es ja recht schnell weiterging. Aber der Lockdown von Anfang November bis jetzt ist für uns Profis schon sehr hart. Es gab in den Monaten kaum eine Möglichkeit für einen Turnierstart. Da müssen wir uns strecken. Da ist man froh, wenn man tolle Pferdebesitzer hat, die trotzdem Geld in Beritt und Ausbildung der Pferde investieren.“ 

Im abschließenden S-Springen spielte Nationenpreisreiter Felix Haßmann (Lienen) seine ganze Routine aus. Kein Wunder, hat der erst 35-Jährige in seiner Karriere doch bereits 681 Springen dieser Klasse gewonnen. So siegte er mit Fixit und wurde mit GSI Pit Perigueux auch noch Zweiter. Bester Teilnehmer aus dem Kreis Warendorf war Große-Lümern, der mit der Casall-Tochter Ab geht´s Achter wurde.

„Ich kann ein positives Fazit ziehen“

Grund zur Freude hatte am Ende auch Bernhard Kobrink, Turnierleiter und erster Vorsitzender des RV Oelde. „Ich kann in jeder Hinsicht ein positives Fazit ziehen. Alles hat perfekt geklappt und die Teilnehmer waren sehr zufrieden. Wir wurden oft gefragt, ob wir in einigen Wochen noch ein Turnier anbieten wollen“, sagte Kobrink. „Erfreulicherweise ist bei der Veranstaltung auch Geld übrig geblieben. Damit können wir unser Schulpferdeangebot, das in den Monaten coronabedingt stark defizitär war, querfinanzieren und so vielen jungen Menschen die Möglichkeit haben, mit dem Reiten zu beginnen.“

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