RW Ahlen: Alte Zöpfe werden rasiert
Spielwiese auf der „Zehn“: Kapitän Felix Backszat darf sich offensiv austoben, da hinter ihm Fiore und Hönicke absichern.

„Aber so was mache ich, wenn ich denke, dass es an der Zeit ist.“ So ist das mit alten Zöpfen. Vielleicht auch ein Omen für RW Ahlen.

 „Ich glaube, wir sind gereift und erleben hier den Anfang einer Routine“, erklärt Backszat das überzeugende 0:0 bei RW Oberhausen am Freitag. Alte, schlechte Oberliga-Gewohnheiten werden rasiert, neues Regionalliga-Timing wächst nach. Spät, zugegeben, aber besser als nie. „Je schneller wir uns weiterentwickeln, desto eher kommen wir da unten raus“, sagt der 26-Jährige und meint die positiven Tendenzen seiner Mannschaft nach Vorbereitung und dem unerwarteten Pflichtpunkt.

 „Wir haben gut mitgespielt. Das war nicht mehr die Ahlener Mannschaft aus der Hinrunde“, gibt ihm sein Trainer Marco Antwerpen Recht. Defensiv konzentriert, aggressiv nach vorn und ein Auge auf die Standards; all das hat Oberhausen das Leben schwer gemacht. „Es gab schon brenzlige Situationen, aber die sind gegen Oberhausen nicht zu vermeiden“, gibt Backszat zu, der sich in seiner neuen stürmischen Rolle als „Zehner“ mit Fiore und Hönicke im Rücken sehr wohl fühlt.

„Das gibt die Stabilität nach hinten und mir die Sicherheit bei meinem Offensivdrang“, lobt er die beiden zentralen Defensiven. „Es gibt eben Fußballer, die können einfach ein Spiel lesen, manche haben das“, zollt Backszat vor allem Fiore Respekt. „Wir sind auf einem guten Weg.“

Gegen Kray auch wieder mit dem dritten „Sechser“ Rouven Meschede. Der war gelbgesperrt und hat sich das Duell zusammen mit den Ahlener Fans von der Tribüne aus angeschaut. Das unverhoffte Remis hat auch ihn so begeistert, dass er zum Gratulieren mal eben über den Zaun flankte – direkt in die Arme des Oberhausener Sicherheitspersonals, das ihn als vermeintlichen Hooligan schon am Schlafittchen hatte. „Ich bin froh, dass ich dem Knast nochmal entkommen bin“, grinste Meschede, nachdem er dann doch noch ohne Handschellen in die Ahlener Kabine kam. „Lob an die Mannschaft. Das haben die Jungs super gemacht.“

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