RW Ahlen: Britscho kündigt Abschied an
Bild: Wegener
Letzte Instruktionen vor der Bekanntgabe? Trainer Christian Britscho (l.) und Manager Joachim Krug gestern beim Sponsorentreff RW Ahlens.
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Als der Mentalist und Magier David Wedegärtner in seiner ebenso unterhaltsamen wie entspannten Show Britscho am gestrigen Donnerstagabend zu sich auf die Bühne rief, spekulierte Moderator Ralf Bosse noch listig darüber, ob er jetzt wohl den Trainer verschwinden lassen würde. Aber nein, noch war es auf dem Sponsorenabend des Oberligisten in der Gaststätte Wibbelt nicht soweit. Im Gegenteil: Aus einem geplatzten Luftballon erschien wundergleich gar eine Flasche Portugiesischer Weißherbst, die Britscho noch etwas überrumpelt mit sich auf den Platz nehmen durfte. Rotwein wäre ihm zwar lieber gewesen, aber egal, der Effekt war klasse.

Der hätte zwar in der anschließenden Talkshow Bosses vor rund 20 Sponsoren und Gönnern des Vereins zwar größer sein dürfen, schließlich hatten es schon fast alle geahnt, aber immerhin kam nun die Bestätigung auf den Tisch. „Nein, ich werde nicht bleiben und verlasse den Verein nach Saisonende“, verkündete Britscho. Ausschlaggebend sei ein „Sammelsurium“ von Gründen, die aber alle auf eines hinausliefen: Die Belastung, die Anforderungen seien einfach zu groß geworden. Und die würden schließlich im Falle eines möglichen Regionalliga-Aufstieges nicht weniger. Zusammen mit den Torhütern Sascha Kirschstein (im sportlichen Ruhestand) und Philipp Kühn  (VfL Osnabrück) sowie Manager Joachim Krug, wurde auf dem Podest zwar dieses A-Wort gemieden wie der Coronavirus, aber im Raum stand es dennoch.

Britscho, der noch im Oktober sein Einjähriges gefeiert hatte, sprach lieber von dem einen „Fix-Stern“, den man gemeinsam bis zum Ende der Saison noch hinbekommen wolle. In drei Monaten werde er mit dem ebenfalls scheidenden Co-Trainer Timo Janczak und der Mannschaft noch ein ganz wichtiges Ergebnis abliefern. Na ja, was auch immer das heißen mag ... 

„Keiner hat vom Aufstieg gesprochen“, beeilte sich Krug, Interpretationshilfe zu geben und fügte stattdessen lieber an: „Der Abschied von Christian ist sehr traurig. Wir verlieren einen guten Trainer und einen Menschen mit Charakter, den man in diesem Geschäft ganz selten findet.“ Aber die Gefahr, dass der 50-Jährige an einigen Spieltagen nicht zur Verfügung stehe, sei einfach zu groß. In diesem Punkt waren sich anscheinend alle einig - so was nennt man dann wohl tatsächlich „einvernehmlich“. Wenn auch zähneknirschend, oder, wie Britscho verriet: „Mit mehr als einem weinenden Auge.“

Dennoch: Ohne Geheimnis geht es dann ja auch nicht, nicht wahr? Denn, dass die Reise zum Oberliga-Neustart der SG Wattenscheid zurückgeht, so, wie es einmal mehr alle Quellen wissen wollen, das wiederum wollte der Trainer nicht bestätigen. „Ich habe viele Angebote erhalten und einige Gespräche geführt. In Wattenscheid gab es eines davon.“  Ein bisschen was zum Rätseln muss ja bleiben. 



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