RW Ahlen: Krugs Schuss vor Mehnerts Bug
RW Ahlens Trainer Björn Mehnert muss sich deutliche Kritik seines Managers Joachim Krug gefallen lassen.

 Nun ja, sie wollten ja unbedingt. Aber wer spielen will, muss auch mit den Folgen leben. Kurzum: Es wurde nichts mit dem Befreiungsschlag vor dem möglichen Toreschluss in der Regionalliga West. RW Ahlen ging am Samstag bei Düsseldorfs U 23 mit 1:4 samt Mann und Maus unter.

 Trainer Björn Mehnert war entsprechend frustriert: „Klar eine verdiente Niederlage. Düsseldorf war einfach auf jeder Position besser.“ Und da widerspricht ihm der Manager bereits vehement. Er bezweifle, so Joachim Krug, dass der Gastgeber tatsächlich um so viel stärker gewesen sei.

Krug führt andere Gründe ins Feld: „Wir haben uns selbst in diese Rolle hineinmanövriert, da spielt der Kopf eine große Rolle.“ Was vor Wochen noch loyal geduldet war, nämlich die Rotation des Trainers, um Kraft zu sparen, ist jetzt, auf dem letzten Platz der Liga, nicht mehr angesagt. „Wenn das Ergebnis nicht stimmt, muss man reagieren“, sagt Krug. „Björn kriegt keine elf Mann zusammen, die harmonieren. Wir bilden keine Einheit, wir sind nicht mannschaftlich geschlossen.“

 Ein ungewohnt deutliche Kritik am Trainer, die sich am gespenstischen Geschehen auf dem Platz orientiert: Denn nach 20 Minuten waren Willen, Bereitschaft oder Kampfesmut unerfindlich wie abgeschnitten, Düsseldorfs zweite Garde konnte unter der Regie von Routinier Oliver Fink schalten und walten, wie beliebt.

„Wenn man sieht, wie der 34-jährige Fink da das Zepter schwingen kann, weiß man, was uns an Qualität fehlt“, beharrte Mehnert noch. Und wird dafür von seinem Manager angezählt. „Björn weiß nicht mehr, was er machen soll“, entgegnet Krug, schränkt aber ein: „Dafür hab ich Verständnis, ich hätte jetzt auch kein Rezept.“

Dennoch fehlt ihm das Einsehen für solche Einschätzungen. „Wenn man sagt, der Gegner ist immer besser besetzt, dann kann man sich ja vorstellen, wie das bei der Mannschaft ankommt.“ Wer weiß, vielleicht kommt Montag Nachmittag schon die Pause zum Durchatmen und Reden. Dann ist der Oktober-Spuk vorbei – vorerst.

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