RW Ahlen: Neuhaus streicht 25 Prozent
Neuer Partner gesucht: Vorsitzender Dirk Neuhaus (l.) wartet noch mit der Berufung für einen Nachfolger von Wolfgang Holtz.

 „Das waren harte 14 Tage. Mit dem einen oder anderen heftigen Problemen hab ich vorher nicht gerechnet“, seufzt Dirk Neuhaus, der aber seine gute westfälische Sturheit beibehält: „Jetzt haben wir das angefangen, jetzt ziehen wir es auch durch.“ Es ist ja nicht nur diese eine Schwarze Null, die er am Donnerstag dem Insolvenzverwalter Michael Mönig in Münster präsentieren muss.

Die zeitraubende Suche nach einem zweiten Vorsitzenden steht im Hintergrund auch noch an. Aber der Nachfolger für den zurückgetretenen Wolfgang Holtz soll erst nach dem allerletzten Gerichtstermin inthronisiert werden. Dann, wenn die letzte Hürde für den Insolvenzplan genommen ist. Schön eines nach dem anderen, der letzte Schritt war schon anstrengend genug.

„Unsere Zahlen passen jetzt“, kann Neuhaus nach zwei Wochen hektischem Klinkenputzen bei Sponsoren und seiner Klientel verkünden. „Aber es gab Einschnitte.“ Um frühzeitig zu beweisen, dass der NRW-Ligist nicht über seine Verhältnisse lebt, hat der Vorstand noch einmal 25 Prozent eingespart. Auch die Gehälter der Spieler wurden eingedampft. „Vom Trainer bis zur Putzfrau, alle müssen wieder verzichten“, sagt Neuhaus, der eben nicht nur bei den Gönnern des Vereins um eine vorgezogene Unterschrift unter die Verträgen gebettelt hat, sondern auch noch als Bote schlechter Nachrichten von Jugendvorstand bis zum Spielerrat getingelt ist, um das Ja-Wort zu neuen Streichungen einzuholen.

Es reicht jetzt, deshalb nimmt Neuhaus zur Abwechslung auch mal den Insolvenzverwalter in die Pflicht: „Jetzt müssen nur noch die Zahlen von Michael Mönig stimmen, dann können wir optimistisch sein, dass der Insolvenzplan auch vor Gericht durchgeht.“ Und wenn das erledigt ist, darf man in Ruhe den zweiten starken Mann finden. „Der Druck wurde für Holtz zu groß“, hat Neuhaus Verständnis und verlässt sich nun bei sportlichen Fachfragen auf Michael Ross (Aufsichtsrat). Die Suche nach seinem Stellvertreter soll dann aber wirklich mal entspannter über die Bühne gehen. Neuhaus macht sich wenig Sorgen: „Ich hab’ immer noch ein paar Freunde...“

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