RW Ahlen bröckelt an drei Fronten
Das war es: Daniel Flottmann sieht Rot in Sandhausen und fällt auch gegen München II aus.

Während also an den beiden anderen Fronten, bei den Schulden und der Finanzierung der nächsten Saison rund drei Millionen Euro fehlen, droht nun nach der dritten Pleite in Serie und in akuter Abstiegsgefahr auch von dritter Seite der Kollaps. Gegen Sandhausen kann man verlieren, doch die Arbeitsverweigerung der Profis am Mittwoch gibt zu denken. Und der Trainer kann ohne Alternativen im Kader nicht mehr tun, als reden. „Ich kann den Jungs auf die Finger ticken, ich kann sie provozieren, indem ich die Qualitätsfrage stelle“, sagt Arie van Lent und weiß selbst, dass das vor dem Abstiegsduell der Frustrierten am Samstag gegen Schlusslicht Bayern II wenig genug ist. „Was uns früher stark gemacht hat, das findet einfach nicht mehr statt. Manche Dinge sind wohl unerklärlich...“ So lange die Basisarbeit wie Laufen, Passen, Zweikampf nicht stimmt, ist alles andere sowieso wurscht.

Spieler mit Gedanken woanders?

 „Wenn man Fußball nicht als Arbeit versteht, ist es auch egal, welches System man spielt“, zuckt van Lent die Schultern und kann die Hintergründe nur ahnen. „Die Spieler scheinen zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt zu sein.“ Klare Anspielung darauf, dass viele im Team RW Ahlen bereits abgeschrieben haben könnten und jetzt schon an den nächsten Arbeitgeber denken. Längst werden Spieler wie der zu Hause gebliebene Blacha mit Wiesbaden oder Piossek mit Aachen und Karlsruhe in Verbindung gebracht. Marcel Busch hingegen weiß nichts von einem gerüchteweise verbreiteten Interesse Hansa Rostocks an ihm: „Da gab’s keine Gespräche, höchstens mal mit ‚Pelle‘ Pelzer, aber das nur privat“, sagt der Kapitän, der ebenso ratlos ist, wie sein Trainer. „Mein Comeback hatte ich mir anders vorgestellt. Schlimm, dass wir es nicht ansatzweise schaffen, mal zu Null zu spielen.“ Das findet van Lent auch und muss sich nun auf München II vorbereiten. Nur wie? „Wir müssen intern reden und uns den Mut nicht nehmen lassen“, sagt er beinahe flehend und kann nur hoffen, dass Überredungskunst auf den letzten Metern so viel hilft wie Straftraining und Konkurrenzkampf.

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