RW Ahlen geht 4:0 über die Wupper
Vergeblich: Kallenbach (l.) und Klauke (r.) versuchen Wuppertals Doppeltorschützen Aydogmus zu stoppen.

„Wir haben den Gegner herzlichst eingeladen“, beschönigte der Trainer nach dem 0:4 beim Wuppertaler SV nichts. Dabei war er sogar teils von seinem Ahlener Kleinpassspiel abgegangen, gestattete seinen Jungs in Halbzeit eins eine auf Özbek (spielte für den verletzten Yilmaz) abgestimmte 4-4-1-1-Variante und nach der Pause sogar ein lupenreines 4-4-2, aber was an diesem Samstag die eigene Abwehr im Stadion am Zoo mit dem Hintern umstieß, konnte auch eine überarbeitete Offensive nicht mehr geraderichten.

Denn es war allein die Hintermannschaft, die sich nach Strich und Faden blamierte. „Die sind wohl gar nicht mit dem Kopf auf dem Platz“, staunte der verletzte Yilmaz noch zur Pause. „Es sind schon sehr viele Fehlpässe.“ Dabei stand es da sogar nur 1:0 für den WSV, der 90 Minuten klar  dominant spielte. Pagano spazierte von Klajic völlig unbedrängt in den Ahlener Strafraum, und in der Mitte hatten die RW-Innenverteidiger einfach Ercan Aydogmus übersehen, der frei zum 1:0 traf (31.).

Wuppertals Sturmspitze blieb weiter unsichtbar für Ahlener Augen: In der 53. Minute dasselbe Spielchen, diesmal mit Hagemann von links, und jetzt hat Aydogmus sogar Zeit, noch einmal nachzusetzen, um im zweiten Versuch lässig RW-Torwart Mellwig zu tunneln. „Ein mentales Problem“, attestierte Trainer Onisemiuc. „und immer dasselbe Versteckspiel.“ Seine verängstigte Mannschaft sollte durch den Doppelwechsel von Klingenburg und Yesilova gegen die schwachen Akyere und Klajic (59.) noch einmal Aufwind bekommen, vergeblich: Jetzt folgte der k.o.-Schlag bereits schon nach 65 Minuten, als Pagano, der Ahlens Kayaoglu schwindlig spielte, wie beim in die Mitte flankt, wo dieses Mal Topal mit einem Flugkopfball vollstreckt.

Aber das Schlimmste kam noch: Kayaoglu, nach dem Wechsel des verletzten Heermann zu Zapata gerade in die Innenverteidigung gerutscht, und Torwart Mellwig stürmen gleichzeitig heraus, als Topal anrückt. Der kann sein Glück kaum fassen, überspielt flott beide und schiebt das Leder ins leere Tor (67.). So wird RW Ahlen am Nasenring durchs Zoo-Stadion geführt. Eigene Chancen? Ein Özbeck-Versuch aus der Distanz, den Wuppertals Torwart Wickl pariert (41.) und am Ende zwei Schüsse aus der zweiten Reihe von Özbek und Witt. „Der Charakter eines Mannes zeigt sich erst in schweren Zeiten“, philosophiert Mircea Onisemiuc. Gut, dann warten wir mal ab.

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