RW Ahlen hilft Essen aus der Krise
Hakelei in der Offensive: Gianluca Marzullo (m.) muss sich der Essener Übermacht erwehren.

Oder besser: schoss sich gesund. Das 0:3 (0:2) am Samstag war Ahlens sechste Niederlage in Serie. „Aber nach der Halbzeit waren wir die beste Mannschaft auf dem Platz. Darauf wollen wir aufbauen“, stellte Mircea Onisemiuc gegen die Unmutsbezeugungen der Fans in der Pressekonferenz  tapfer fest. Irgendwie hatte er Recht, denn RW Ahlen spielte nach dem Seitenwechsel tatsächlich mindestens auf Augenhöhe und zwang RW Essen vor 1520 Zuschauern in deren eigene Hälfte. Stellt sich die Frage: Warum nicht gleich so? Nun, die Umstellungen, teils mit dem Experiment eines Klingenburg auf der Sechser-Position, teils mit  Yildirim bei seiner Premiere sowie Yesilova auf den Flanken, hatte funktioniert. Es brachte nur keine Tore.

Ähnlich hätte man Essens Auftritt in Hälfte eins bewerten können. Auch hier: Ballbesitz von Ahlens Gnaden, auch hier keine Effekte. Na ja fast keine. Denn der dauerhaft belagerte Gastgeber musste irgendwann einen Fehler machen. Und in der 41. und 45. Minute kam es auch so. Eine Vorlage von Platzek zimmert Cokkosan volley ins lange obere Ecke. Fast mit dem Pausenpfiff das Essener Duo  noch einmal: Diesmal beginnt Cokkosan, dessen Schuss RWA-Torwart Mellwig zwar hält, aber nicht festhält  - den Nachschuss setzt Platzek zum 2:0.

„Wir hatten den Gegner in der ersten Hälfte unter Kontrolle“, sagte Ahlens Trainer. Was nur halb richtig war. Denn bis auf die beiden Tore produzierte der Gast mehr heiße Luft, als der Spätsommertag zu bieten hatte. So war es eigentlich auch geplant gewesen. Zu Null spielen, mit langen Bällen nachsetzen. Dass aber Essen mit zwei Chancen und zwei Toren eine fast 100-prozentige Quote setzte, das war nicht vorgesehen.

Mit diesem Rückstand bäumte sich Ahlen endlich auf. Die Umstellungen brachten jetzt Druck nach vorne, die Abwehr wurde entlastet, und Essen kam kaum noch nach vorn. Aber so ganz durchschlagskräftig war es auch nicht. Yesilova und Yilmaz mit zwei Distanzversuchen, Klingenburg mit einem Kopfball auf Torwart Heimann und Kallenbach aus der Drehung nach Kaleoglus Vorbereitung waren zwar Ansätze, aber auch nicht zwingend. Natürlich kam es so, wie es im Fußball dann gerne kommt. Ohne eine Chance ab der 46. Minute trifft RW Essen mit der einen Möglichkeit, die sich bietet. In der 90. Minute nimmt Platzek einen Querpass auf und macht freistehend das 3:0. Dramatisch, ungerecht und unverdient? Nein, Realität in Echtzeit. Wie sagte es Essens Trainer Sven Demandt so treffend: „Für Siege gibt es keinen Ersatz.“ Der hatte gut reden. Und Recht.

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