RW Ahlen in der Plan-Insolvenz
Michael Mönig, Insolvenzverwalter bei RW Ahlen, hat am Dienstag die Planinsolvenz eröffnen lassen.

Obwohl der Fußball-Drittligist gemäß den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit der Verfahrenseröffnung als Absteiger aus der 3. Liga feststeht, war der Schritt notwendig. Zwar laufen weiterhin aussichtsreiche Gespräche mit neuen Sponsoren, so Mönig,  allerdings gehe es dabei vor allem um die Regionalliga. „Es sind keine Geldgeber da, mit denen die 3. Liga finanzierbar gewesen wäre“, sagt Mönig. Da die Gestaltungspielräume im eröffneten Verfahren für den Insolvenzverwalter größer sind, hatte Mönig sein Gutachten bei Gericht eingereicht, worauf das Gericht das Verfahren eröffnet hat.

 „Wir haben bei Rot Weiss Ahlen in den vergangenen Monaten einiges erreicht“, macht Mönig deutlich. Als wahrscheinlich bisher einziger Verein im Profifußball hat RW Ahlen fast die gesamte Saison im vorläufigen Insolvenzverfahren gespielt. Hätte das Insolvenzverfahren mitten in der Saison eröffnet werden müssen, hätte der Verein den Spielbetrieb für die laufende Saison sofort einstellen müssen. „Das konnten wir durch unsere Bemühungen vermeiden“, sagt Mönig.

Ziel ist es nun, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren und zu entschulden. Die Chance dafür schätzt Mönig als gut ein. „Wir haben verschiedene Forderungen und Ansprüche gegen Unternehmen beziehungsweise gegen deren Vertreter, die wir nun durchsetzen werden. Die Summe ist insgesamt so hoch, dass  wir wahrscheinlich das Planverfahren finanzieren könnten“, sagt Mönig. Letztlich obliegt es aber den Gläubigern, über ein Insolvenzplanverfahren zu entscheiden. Voraussetzung für den Insolvenzplan ist es aber auch, dass der Verein funktionierende Gremien hat. „Ohne Ansprechpartner im Vorstand, kann ich für den Verein keinen Insolvenzplan erstellen“, sagt Mönig mit Blick auf die bevorstehende Mitgliederversammlung am Donnerstag.

Mehr dazu in der Glocke am Mittwoch

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