RW Ahlen kämpft an drei Fronten
Möglicher Kronprinz? Carlos Castilla (l.) könnte Marco Antwerpen beerben. Der Co-Trainer beginnt tritt im Mai eine Arbeitsstelle in Ahlen an und bringt so mehr Zeit mit, ein Oberliga-Training zu leiten.  

 „Wenn wir letztes Jahr die Hände in den Schoß gelegt hätten, wäre hier schon alles im Eimer“, sagt der Manager und arbeitet unbeeindruckt einen Punkt nach dem anderen ab. Die kommende Saison planen, und das in Zeiten völliger Ungewissheit, dazu einen Nachfolger für Marco Antwerpen finden, der schließlich bis zu seinem „unwiderruflichen“ Sabbath-Jahr auch noch bis zum Saisonende dem maximalen sportlichen Erfolg will, und gleichzeitig noch gegen die drohende Pleite kämpfen. Nicht wenig.

 „Ich hab’ so viele Baustellen, um die Trainerfrage sollen sich andere kümmern“, winkt der Vorsitzende Dirk Neuhaus ab, der weiter tapfer zwischen dem Insolvenzverwalter Michael Mönig und dem alten Vorstand vermittelt. Ein diplomatischer Balanceakt, weil er sich auch nicht die Gunst seines Vorgängers Heinz-Jürgen Gosda verscherzen will. „Die Gosdas haben immer noch viel Herzblut im Verein und helfen, wo es geht“, würdigt Neuhaus, der auf solche Gönner – selbst wenn sie noch im Rechtsstreit mit Mönig liegen – nicht verzichten mag. Währenddessen geht es in der Oberliga immer noch um die sportliche Existenz und bei den Personalplanungen um die Mannschaft 2013/14.

Und den neuen Trainer, der natürlich zuerst gefunden werden muss, um ein Team zusammenzustellen. „Mal sehen, wir warten erst einmal den 4. April ab und drücken Marco die Daumen, dass er nicht noch mehr emotional belastet wird“, will Krug erst anschließend aktiv werden. „Vielleicht gibt ihm ein guter Ausgang den Schub, seine Entscheidung noch zu überdenken.“ Denn behalten würde der Manager den Trainer sehr gern. „Ob wir unter diesen Bedingungen erneut so eine gute Mannschaft zusammenbekommen, das ist die Frage.“

 Castilla wird vom Chef empfohlen

Warum in die Ferne schweifen? Bevor die Suche nach einem Nachfolger Antwerpens zu kompliziert oder teuer würde, schaut sich Joachim Krug gerne im eigenen Laden um. Carlos Castilla ist definitiv ein Kandidat, zumal der Co-Trainer ab dem 1. Mai einen neuen Job in Ahlen hat und somit endlich auch wieder mehr Zeit, das Training zu leiten.

„Ich werde natürlich mit ihm reden“, sagt der Manager. „Aber wir stehen noch nicht unter Zugzwang.“ Sein (Noch-)Chef, der ein Weitermachen absolut ausschließt („Bei 0 Prozent!“), fände die Castilla-Lösung auch prima. „Carlos wäre super für die Truppe“, so Antwerpen. Der zweite Kandidat aus dem eigenen Betrieb, Andree Kruphölter, hat aber zuerst noch einen anderen Job zu erledigen. „Sicher ist Andree eine Option“, sagt Krug. „Aber falls er mit seiner A-Jugend in die Bundesliga aufsteigt, würde ich ihn nur ungern da rausreißen.“

 Und was ist mit Joachim Krug selbst? „Die Leute würden sich ja halb totlachen“, grinst er. „Nein, nur einspringen – kurz, im Notfall.“ Dennoch wird er RW Ahlen wohl noch erhalten bleiben. „Ich hab’ ja nichts anderes“, scherzt er. Nein, für einen anderen Amateurverein würde Krug Ahlen nicht verlassen: „So schnell werden die mich nicht los.“

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