RW Ahlen kämpft um Minimalchance
Robert Fleßers (vorn) rückt in Rostock wieder in Ahlens Innenverteidigung.

Anschließend sagt man brav „Tschüss“, geht auseinander und hinterlässt ein RW Ahlen, das wohl im allerbesten Fall in der Regionalliga neu starten wird.  Und dennoch: „Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen“, verspricht Arie van Lent ein letztes dickes Abschiedsgeschenk von sich und den Spielern. „Auch gegen Erfurt waren wir tot, und keiner hat uns zugetraut, dass wir es noch packen.“

Ohne Lotterie-Los kein Gewinn

Dritte Liga halten – es wäre ein Joker, von dem man nicht weiß, ob man ihn vielleicht doch noch ziehen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht hoch, mit diesem Pfund noch zusätzliche Sponsoren anzulocken. Aber wer sich kein Los kauft, kann nicht Lotterie spielen. „Noch ist alles möglich“, sagt RWA-Mäzen Peter Evers und hat die Spieler um ein letztes Aufbäumen angefleht: „Und wenn ihr euch heute spritzen lasst...“. Akquise-Profi Marcus Rüther hat erst Freitag wieder Rückfragen von seinen beiden türkischen Unternehmen erhalten. „Hier besteht Interesse“, schließt er daraus. Mehr weiß man nicht, alles ist offen... Um diese letzte, unwahrscheinliche Möglichkeit werden sie in der ausverkauften DKB-Arena laufen, kämpfen und schießen. Auch ohne Spritzen. Wer weiß schon, wie stark die Gegenwehr der aufstiegsbesoffenen Rostocker sein wird? Trainer Peter Vollmann verspricht jedenfalls vor der rauschenden Aufstiegsparty: „Wir wollen unser letztes Heimspiel so erfolgreich wie möglich gestalten. Wir gehen mit der gebotenen Seriosität in das Spiel, personelle Experimente wird es diesmal nicht geben.“

Raubkatzen oder Partylöwen?

Je länger Ahlen Widerstand leistet, desto eher werden aus den Raubkatzen mehr und mehr Partylöwen, die sich lieber drei lecker Pils als drei überflüssige Punkte wünschen. Aber so weit müssen die Gäste am Hansa-Jubeltag erst einmal kommen. Dazu haben sie wieder Celik und wahrscheinlich Vrzogic zur Verfügung. Vielleicht fällt Nils-Ole Book aus. Der zuletzt so starke Regisseur, der schließlich auch mit Rostock als nächstem Arbeitgeber in Verbindung gebracht wird, hat Probleme mit dem Sprunggelenk und will heute noch probelaufen. Eine Torwart-Diskussion aber wird es nicht geben: Der unsichere Maczkowiak bleibt die Eins. „Ich wollte keine Unruhe reinbringen“, wahrt Arie van Lent auf den letzten Metern Konstanz und lächelt maliziös. „Keine Unruhe“ – selten so gelacht...

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