RW Ahlen und SC Roland auswärts am Ball
Bild: Wegener
Faysel Khmiri  (l.) spielt mit RW Ahlen beim FC Gütersloh.
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Ahlen (gl). Der rotweiße Respekt vor Auswärtsspielen, er müsste in Gütersloh eigentlich kein Problem sein. Denn so ein kleines bisschen ist es ja ein Heimspiel – wenigstens für Marco Antwerpen. „Da hat’s mir eigentlich ganz gut gefallen“, erinnert er sich gern an die Saison 2005/06, als er noch für den FCG stürmte. Sentimental wird Ahlens Trainer wegen eines kümmerlichen Jahres beim nächsten Gegner natürlich nicht. Im Gegenteil: „Wir werden auf jeden Fall versuchen, uns nun auch auswärts für unsere guten Leistungen zu belohnen.“

Auch bei Ronald Maul, als ehemaliger Ahlener Manager nun im FCG-Aufsichtsrat, kommen keine Heimatgefühle auf. „Das Kapitel war dunkel genug“, erinnert er sich inzwischen mit Schaudern und nur ungern an seine Ahlener Zeiten und tippt gnadenlos: „Wird Zeit für den ersten Heimsieg. 2:1 für uns.“

Da lächelt Antwerpen fein und bleckt die Zähne: „Muss er ja sehr überzeugt sein von seiner Mannschaft.“ So was motiviert natürlich extra und gibt Gelegenheit für einen kleinen Hieb zurück: „Tja, die Tabelle lügt nicht. Wer da aktuell unten steht, der gehört da auch hin“, schaut Antwerpen genüsslich auf die abstiegsgefährdeten Ostwestfalen auf Rang 15. Und es schwingt etwas Stolz mit im Vergleich mit den reicheren Nachbarn: „Wer hätte gedacht, dass wir mal über Hamm oder Gütersloh stehen.“

Damit das auch am Sonntag so bleibt, will sich der RWA-Trainer auf eine etwas defensivere Taktik verlegen, nicht auf Teufel komm raus mitspielen oder anstürmen. Richter von Beginn an als Konterspieler, vielleicht Venker dazu und Ferati, den sie gerade läuferisch wieder fit machen. Außerdem darf der A-Jugendliche Tim Schiewe mit zum Heidewald, er soll an die erste Garde herangeführt werden. „Die Jungs müssen wissen, dass sie dazugehören“, nickt Antwerpen, vielleicht der größte Rotierer der Oberliga.

Aber auch ein wenig erzwungen, denn Sonntag fallen Birdir, Willms Dell’Unto und Nebi immer noch wegen muskulärer Probleme aus. „Ach, Krug, Castilla und ich, wir haben die Mannschaft schon gut zusammengestellt“, hat Antwerpen keine allzu großen Sorgen deswegen. Wo Rotation ist, da ist Hoffnung.

Roland (md). Der SuS Neuenkirchen habe ein schönes, enges Stadion erklärt Rolands Trainer Ismail Atalan. Sein Team reist allerdings nicht nach Neuenkirchen, um am Sonntag ab 14.30 Uhr das Schmuckkästchen der Gastgeber zu besichtigen. Vielmehr möchte der SCR nach einer Anfahrt von knapp eineinhalb Stunden etwas Zählbares mitnehmen.

Im Idealfall sollen es drei Punkte sein: so zumindest lautet der Plan von Atalan. Das wird beim Tabellenletzten aber nicht so leicht, wie man annehmen könnte. Mit Daniel Seidel, der in den vergangenen zwei Spielen drei Tore erzielt hat, Rafael-Goacalo Figueiredo und Maik Klostermann haben die Platzherren drei sehr gute Offensivspieler, die allesamt schnell sind.

Daher rechnet Atalan mit einem auf Konter eingestellten Kontrahenten. „Ich erwarte einen Gegner, der hinten kompakt steht und das eigene Risiko scheut. Sie werden auf unsere Fehler lauern.“ Letztlich geht Atalan von einem ähnlichem Spiel wie gegen den SC Gievenbeck aus, das mit 0:1 verloren ging.

„Ich rechne mit einem Lerneffekt bei meiner Mannschaft“, sagte der Roländer Übungsleiter. Im Hinterkopf der Gäste sollte auch die 1:4-Niederlage Rolands beim damaligen Tabellenvorletzten Dornberg sein, als der SCR den Gegner vollkommen unterschätzte und ohne Leidenschaft zu Werke ging. Das darf am Sonntag auf keinen Fall passieren.

Der Lerneffekt ist notwendig, wie Atalan betont: „Wir brauchen die Punkte aus Neuenkirchen unbedingt. Allerdings wird es keine klare Angelegenheit.“ Da ist sich der Trainer wegen der genannten Qualitäten des Gegners sicher. Allerdings hat Neuenkirchen bei ebenso vielen Gegentoren und nur vier mehr erzielten Treffern neun Punkte weniger auf dem Konto als der SC Roland.

Bei den Gästen wird Lars Remmert auf jeden Fall wieder dabei sein. Hinter Daniel Vogels Einsatz steht noch ein Fragezeichen. Er konnte in der vergangenen Woche nicht trainieren.

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