RW Ahlen und die Wucht in Tüten
Und seitwärts vorbei: RW Ahlens Phillip Aboagye (l.) wurde in Wuppertal noch in Halbzeit zwei gegen Mai ausgetauscht. Ob er heute die nächste Chance bekommt?

„Die werden mit Wut und Enttäuschung zu uns kommen und mit jeder Menge Wucht“, schwant Björn Mehnert, dass die Alemannen am Samstag in explosiver Bombenstimmung anreisen. „Aber wir müssen so dagegenhalten, dass die auch was zu leiden haben.“ 

Noch mehr leiden? Nun, RW Ahlen wird es versuchen. Aber ein Gegner, der sich zuletzt mal eben den drittligaerfahrenen Hamdi Dahmani von RW Essen dazugekauft hat, formuliert vom Potenzial „ganz andere Ziele als wir“, muss Mehnert zugeben. „Die wollen natürlich oben dabei sein. Und haben es von der Struktur, den Möglichkeiten und der Mannschaft auch verdient“, gönnt der Ahlener Trainer seinen Gästen alles Mögliche. Nur eben nicht am Samstag. 

Wenn Aachens Trainer Stefan Vollmerhausen Ahlen als eine Mannschaft einschätzt, „die extrem über den Aufwand kommt“, dann könnte er damit meinen, dass die Rotweißen mangelnde Technik mit Kampf ausgleichen. „Oder einfach, dass wir eine starke Physis haben“, lächelt Mehnert. „Kann man deuten, wie man will.“

 Seine Interpretation ist klar: Auch Aachen – Enttäuschung hin, Wucht her – ist schlagbar, dazu gehört extreme Präsenz ebenso wie Disziplin bei der taktischen Ausrichtung. „Meine Jungs können schon ein bisschen mehr, als nur geradeauslaufen“, ist sich der Trainer sicher, will das heute aber auch sehen. Heißt: Den Respekt vor Gegner und Liga, der noch in Wuppertal spürbar war, den können sie gerne in der Kabine am Haken lassen.

 Wer hat sein Kreispokalfinale gewonnen? RW Ahlen oder Aachen? Na? Na also! Kein Grund, sich im eigenen Stadion zu verkriechen.

 Ein paar Umstellungen wird es dazu auch geben. Ein Matthias Tietz soll mit seinen 30 Lenzen und 223 Regionalligapartien die nötige Erfahrung und Stabilität mitbringen. Bernd Schipmann übriges bleibt die Nummer eins, obwohl Rafael Hester spielberechtigt wäre. Denn Ahlens Torwart kann nach dem Zusammenprall in Wuppertal wirklich nichts mehr erschüttern. „‘Schippi‘ hat gut gehalten, er ist fit, er spielt“, macht Björn Mehnert klar, wer die letzte Instanz ist, wenn Aachens mit Wut im Bauch attackiert. Mit Wucht auch, ja, warum nicht? Aber wenn, dann nur die in Tüten.

Das Wersestadion ist Samstag (14 Uhr) zum Heimspiel RW Ahlens gegen Alemannia Aachen natürlich bereits ausverkauft. Denn wegen der Hygiene-Vorschriften sind weiterhin nur 300 Zuschauer zugelassen. Also werden keine Tageskassen geöffnet haben. RW Ahlens Spiel ist zu sehen im kostenpflichtigen Livestream unter: https://soccerwatch.tv/video/49461.

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