RW Ahlens 3:5 mit Honig im Kopf
 Nicht richtig wach: Jan Klauke und die gesamte Defensive RW Ahlens leistete sich zu viele Fehler gegen Wattenscheid.

Wer hatte an diesem Samstagnachmittag eigentlich zwei englische Wochen in den Knochen? Optisch eher RW Ahlen als seine eigentlich mehr beanspruchten Gäste, die vor allem offensiv wacher, präsenter waren und einen  soliden Ballbesitz pflegten. „Das war die richtige Reaktion meiner Mannschaft“, lobte SG-Trainer Farat Toku, der zwar in der Innenverteidigung Konzentrationsfehler sah, aber offensiv „die Qualität, immer ein Tor zu schießen.“

Genau davor hatte sein Ahlener Kollege Antwerpen gewarnt, zugehört hatten sie ihm aber wohl nicht so genau. Denn alle fünf Gegentreffer fielen vor 1132 Zuschauern im Wersestadion nach individuellen Patzern. Dabei begann es gar nicht so schlecht, obwohl Kaya schon nach acht Minuten nach einem Yilmaz-Fehlpass und von allen Innenverteidigern befreit zum 0:1 einschob. Denn da hielt RW Ahlen noch dagegen. Der beste Ahlener des Tages, Ihab Darwiche, der mit Schnelligkeit und Technik überzeugte, glich nach Bolat-Pass aus (21.). Auch die erneute schnelle Führung von Buckmaier nach Fehlern von Dahlhoff und Klauke (22.) und sogar das Wattenscheider 3:1 wieder durch Kaya (61.) waren noch nicht das rotweiße Aus. Denn Bolat netzte nach Vorarbeit von Bechtold zum 2:3 ein (64.), und kurz - ganz kurz - kam schmale Hoffnung auf den Ausgleich auf.

Aber das Hoch der Gastgeber wurde schnell erstickt vom zähfließenden Honig im Kopf und einer kaum erklärbaren Trägheit des fußballerischen Denkens. Dass Wattenscheid anfällig war in seinen Schnittstellen war schnell deutlich geworden, aber es fehlten Spritzigkeit und Mitdenken, um das auszunutzen. Ein Darwiche allein, nur mittelprächtig unterstützt von Backszat und Bechtold,  war zu wenig, um Wattenscheid in Verlegenheit zu bringen. „Vielleicht fehlt das Selbstvertrauen. Man merkt, dass uns Wattenscheid drei Jahre an Regionalligaerfahrung voraus ist“, versuchte Cihan Yilmaz eine Erklärung.

Jedenfalls griff dieselbe Bettschwere auch in der Abwehr um sich, und das war RW Ahlens Ende. Glowacz kommt frei zum Pass auf Kaplan, der zum 2:4 einnickt (67.), und zwei Minuten später  verliert Meschede den Ball, eilt Wolff gegen Kacinoglu zur Hilfe, der aber vernatzt beide und schließt  zum 2:5 ins kurze Eck ab. Dass Yilmaz in der letzten Minute noch nach Vorlage Darwiches zum 3:5 verkürzte, war da auch schon egal. Die SG Wattenscheid, bei der Glowacz  noch zweimal Pech mit Distanzschüssen ans Gestänge hatte, hat RW Ahlen mal gezeigt, was das beste Mittel gegen Trägheit ist: sich bewegen.

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