RW Ahlens Desaster bei SSVg Velbert
Nur zugucken, wenn andere feiern: Alexander Thamm (l.) und Marco Köhler wenden sich mit Grausen.

 Die überforderten Ahlener blieben nach dem 0:4 derweil  im Stadion Sonnenblume in kurzen Hosen und mit langen Gesichtern zurück. „In der Halbzeit hätte ich eigentlich alle auswechseln müssen“, war Trainer Thomas Berndsen entsetzt, dass vom Kampfgeist gegen Siegen nichts als heiße Luft übrig geblieben war.

 Dass der rückenleidende Bernhard Venker eine Auszeit auf der Tribüne nehmen musste, war wohl weniger der Grund, dass die Ahlener Abwehr, insbesondere Innenverteidiger Thamm neben Köhler, der Thiele ersetzen musste, ihre Vorgaben wohl im Mannschaftsbus vergessen hatte. Allein Tormann Turgay Tapu – zu oft von allen guten Verteidigern verlassen – verhinderte fast schon im Alleingang eine Katastrophe Paderborner Art.

 „Kann ich ja mal verlangen, dass der Torwart einen hält. Nein, keiner war ohne Fehler“, urteilt Berndsen gnadenlos. Tapu landete immerhin einen Punktsieg im Privatduell gegen Velberts Spitze Sebastian Janas, der zweimal allein am RWA-Keeper, einmal am rettenden Köhler scheiterte. Nur beim 1:0 (9.) durfte der SSVg-Stürmer jubeln, danach übernahm praktischerweise Nigbur mit seinen Treffern bis zum 3:0 (24./ 35.), einen Lattenkracher inklusive. Kaya verwandelte zum bösen Ende noch einen zweifelhaften Strafstoß zum 4:0, den der eingewechselte Hecker verursacht haben soll (67.). Zwei Distanzschüsse von Kusakci, beide am Tor vorbei, und ein Kopfball Köhlers, den Schmahl an die Latte lenkte, reichten nicht aus, um die völlig überforderte Ahlener Abwehr zu entlasten.

 Auch nicht als Berndsen mit einer Umstellung auf ein offensiveres 4-4-2 die taktische Reißleine zog. Im Gegenteil: Velbert war auch mit angezogener Handbremse noch schneller zu Fuß als die verträumten Ahlener, die nach einer Stunde alle Gegenwehr wegen Sinnlosigkeit einstellten; acht Minuten vor dem Ende lenkte Tapu einen Versuch Tumanans in letzter Instanz am Kasten vorbei. Es war die letzte Heldentat im Jammertal.

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