RW Ahlens schmutzige Visitenkarte
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Die Polizei in Recklinghausen spricht von "Auseinandersetzungen körperlicher Art" (hier ein Beispielbild) und meint damit, Ahlener Ultras hätten den Beamten eine Prügelei geliefert. Das sind neue Dimensionen bei der Ahlener Fan-Problematik.
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Sollte es sich so bewahrheiten, dann sind es wohl die schlimmsten Ausschreitungen bisher mit Ahlener Hooligans. Dass es nach den Vorfällen im Sommer gegen Zweckel ein Sicherheitsspiel mit mehr Ordner- und Polizei-Präsenz war, ist ein glücklicher Umstand, sonst wäre es wohl schlimmer abgelaufen. So ging es nach dem Abpfiff in Zweckel ohne Verletzte, aber mit sieben Strafanzeigen gegen Ahlener Ultras zu Ende.

Kurz nach Abpfiff hatten sich etwa 20 bis 30 Ahlener eine Prügelei mit, laut Polizei, fünf bis zehn Schalkern geliefert. Als die dann flüchteten, kam es zu „Auseinandersetzungen körperlicher Art“ (Polizeibericht) der übriggebliebenen Ahlener mit den anrückenden Beamten, die von Kollegen aus Gelsenkirchen und Oberhausen verstärkt worden waren. Erst kurz vor 17 Uhr hatten die Beamten die Situation im Griff, stellten Identitäten fest, sprachen Platzverweise aus und führten einige Ultras ab.

Die Aggressionen begannen aber bereits im Stadion. RW Ahlens Geschäftsführer Gerald Stoffers und der 3. Vorsitzende Michael Schlieper geben an, dass die Ahlener Fans kurz vor Ende von einem Zweckeler Ordner mit doppeltem „Stinkefinger“ provoziert worden seien. Als die dann versuchten, die provisorischen Absperr-Bauzäune Richtung Platz zu stürmen, setzte die Polizei Pfefferspray ein und schien die Situation so geklärt zu haben. Von einer Erstürmung eines Bierwagens, wie wohl der gastgebende Verein angab, wusste gestern weder die Polizei noch der Ahlener Vorstand, der Zeuge der Vorfälle im Stadion war. Besser wird es dadurch nicht, wie sich außerhalb des Stadions herausstellte.

 Völlig unerheblich, ob Ahlener provoziert wurden, ob das Pfefferspray zu freigiebig eingesetzt worden war oder ob Schalker Hools die Ahlener abfangen wollten – was bleibt, ist die dreckige Ahlener Visitenkarte, die in Fußball-Westfalen herumgereicht wird. Ahlener Ultras sind zu oft beteiligt, wenn es böse wird, als dass man ihnen die Opfermentalität abnehmen kann. Was bleibt, ist der schlimmste Imageschaden, den man einem Verein antun kann. Aber auch ein Verein, der selbst schuld ist, wenn er seine gewaltbereiten Randalierer nicht endlich in den Griff bekommt.

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