RW-Siegesserie endet im Feuerregen
Feurige Dummheit: Essener Fans feierten den 2:0-Vorsprung ihres Teams mit Pyrotechnik und riskierten damit einen Spielabbruch.

„Noch ein Pyro, nur noch einer, und ich lasse alle zum Duschen gehen“, drohte ein entrüsteter Unparteiischer Dominik Jolk (Bergisch Gladbach), nachdem in der 65. Minute ein Feuerregen von Raketen, bengalischen Lichtern und Donnerschlägen neben Ahlens Torwart Sören Stauder niedergegangen war. 24 Minuten war die Partie nach dem grunddämlichen Feuerwerk aus den Essener Rängen unterbrochen – und das, obwohl die eigene Mannschaft nach einer ebenfalls zündenden Vorstellung verdient mit 2:0 geführt hatte.

 Der schwächelnde Gast hatte unter dem neuen Trainer Sven Demandt zu seiner alten Stärke zurückgefunden und wollte den Sieg eindeutig bissiger und nachhaltiger als Ahlen, das nach seiner Siegesserie wohl etwas die Puste ausgegangen war. „Wir waren etwas zurückhaltender als sonst. Wir haben in den letzten Wochen so viel geleistet, mag sein, dass die Kraft fehlte“, urteilte ein müder Cihan Yilmaz.

Und so war die erste Entscheidung schnell gefallen. Jeffrey Obsts Vorlage über Kopf landete bei Löning, und der schloss gegen Herrmann, Fiore und Wiese in Stauders kurze Ecke zum 1:0 ab (19.). Ahlen hatte dem wenig gegenzusetzen, Marzullos Versuche landeten zweimal auf dem Tornetz, Stauder rettete noch ganz stark gegen Fritz. Essen war stärker und diktierte das Geschehen.

 Nach der Pause hatte Ahlen optisch zwar wieder mehr vom Spiel, Effektivität aber bewies der Gegner. Im Konter setzte sich Cokkosan gegen Darwiche und Stauder durch, machte das 2:0 (62.) und bescherte seinen Essenern damit den Sieg. Was ihren rund 1000 Fans wohl so gefiel, dass sie den Zwischenstand mit einem knalligen Feuerwerk feierten, somit den Spielabbruch provozierten und so den eigenen Sieg gefährdeten. Glück gehabt.

Denn die Restzeit nach der Unterbrechung war nur noch Ahlen am Drücker, setzte gar mit Hönickes Kopfball das 1:2 (90.) und war drauf und dran, noch das Remis zu erzielen. Nur mit Glück überstand Essen die Schlussoffensive, fast hätten also die eigenen Fans ihr rotweißes Pulver und das des eigenen Teams selbst verschossen.

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