RWA-Cardiff findet in Marienfeld statt
Klaus Gerbsch schaut sich den Platz an. Was er findet, sind Steine und Löcher.

Bereits ein Gang über den Platz verrät, in welch schlechtem Zustand der Rasen im Wersestadion ist: Handbreite Löcher, in denen Füße versinken, sind nur provisorisch mit Erde gefüllt. An der Strafraumgrenze liegt neu verlegter Rasen - mehr oder weniger. Denn anscheinend reichte der Rasen nicht, um alle dürren Stellen zu bedecken. Dort, wo kein Grün mehr wächst, liegen Kies und kleine Steinchen. Dem Gast aus Wales wurde beim Anblick mulmig und weigerte sich, die Partie in Ahlen auszutragen

„Da geht uns so viel Geld flöten“, ärgerte sich Geschäftsführer Gerald Stoffers. Die Kosten, die RW Ahlen für diese Aktion tragen dürfte, liegen im vierstelligen Bereich. Allein die Bezahlung der Schiedsrichter kostet RWA rund 650 Euro.  Hinzu kommen Essen und Trinken für die Spieler sowie Fahrtgelder. „Jetzt nehmen wir nichts ein. Ärgerlich“ fügte der Vorsitzende Dirk Neuhaus hinzu.

„Die Stadt hat den Platz nicht vorbereitet!“

Der Schuldige ist für alle Anwesenden am Wersestadion klar: die Kommune. Auf Facebook postete der Verein: „Die Stadt Ahlen hat den Platz im Wersestadion nicht spieltauglich vorbereitet!“ Niemand habe sich um die Anlage gekümmert. „Das ist denen doch eh egal!“, wetterte ein Fan, der noch beim Bearbeiten der Löcher im Grün half, aber nicht namentlich genannt werden will.

Ansonsten viel Frust und wenige Worte. Fast niemand wollte sich öffentlich äußern. Nur der Vorsitzende erklärte: „Die Frage ist, ob Cardiff sich das rechtlich gefallen lässt. Das ist ja kein Dorfverein, der hierhin gefahren ist“, so Neuhaus, der Klärungsbedarf mit der Stadt Ahlen sieht. „Wir reden schon immer und sitzen an einem Tisch. Aber wenn man sich an die meisten Absprachen nicht hält, können wir auch nichts tun“, sagte Neuhaus und setzte sich in sein Auto - ab auf den Weg nach Marienfeld.

Im Quartier der Waliser fanden beide Mannschaften einen ordentlich bespielbaren Rasen vor – bis zum Abbruch beim Stand von 0:0 wegen Gewitters. Zu allem Überfluss war Rouven Meschede zuvor im Rasen hängengeblieben und zog sich eine Bänderverletzung zu. Ein völlig missratener Tag also für RW Ahlen.

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