RWA: Verzweifelte Bitte um Mitarbeit
„Im Verein wird sich nicht ausreichend gekümmert!“ Aufsichtsratschef Heinz-Jürgen Gosda warb auf der Hauptversammlung um das Ehrenamt und viele Helfer.

Es sind nicht zwingend die Euro, die dem Verein fehlen, es sind die Helfer und Ehrenamtlichen, die dringend gesucht werden. Fast eineinhalb Stunden war die rotweiße Bilanzdiskussion im Vereinsheim nichts anderes als eine verzweifelte Bitte um Mitarbeit. 

Finanziell steht der Club hingegen auf ebenso soliden wie manchmal auch wackeligen Füßen, wie so ziemlich jeder Verein, der auf diesem Niveau semiprofessionellen Fußball bietet. Vereinzelte und schlecht vorbereitete Kritik in Sachen „Geldwirtschaft“ aus dem Plenum der rund 45 Mitglieder war schnell abgebügelt. Dass der Aufsichtsrat fast einstimmig entlastet wurde (vier Enthaltungen), war so keine Überraschung mehr.

 Da ein Jahresabschluss in diesem Fall ohne den immer noch virulenten Insolvenzverwalter noch nicht en detail möglich ist, gab der zweite Vorsitzende Gero Stroemer vorerst ein ausgeglichenes Konto preis, das im Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis 30. April 2018 mit bislang 340.000 Euro Einnahmen und Ausgaben egalisiert sei (Details im Ahlener Tageblatt vom Samstag).

 Gelinde Entwarnung also an dieser Front, sieht man von einem langfristigen Kredit ab, der weiterhin abgestottert wird oder davon, dass Zahlungen – abhängig von den Sponsoren (Anteil 71,6 Prozent) und Spieleinnahmen - gern auch mal später kommen, aber die wahre Not herrscht beim Personal.

 „Der Motor stottert“, bat der erste Vorsitzende Dirk Neuhaus um Freiwillige. „Wir kommen an unsere Grenzen.“ Und es sind die Planungen, die Mitarbeiter brauchen. Die vernachlässigte zweite Mannschaft, bei der noch Gespräch mit dem abwanderungswilligen Trainer Kracker aussteht, erhält ein eigenes Budget. Der Jugend- und Mädchenfußball soll ein Verwaltungsgremium bekommen, um sich selbst managen zu können. Dazu gehört ein Jugendvorstand, der noch nicht existiert. Alles sehr personalintensiv und noch ohne Kandidaten, die die Arbeit leisten könnten.

 Der Aufsichtsratschef Heinz-Jürgen Gosda warb um „einen Guten im Vorstand und einen in der Geschäftsstelle.“ Man sei „total überlastet“. Das seien auch die Gründe, warum man in der gewünschten Strukturveränderung nicht viel weitergekommen sei. „Früher, in der Zweiten Liga, stand man Schlange. Die Sonne schien, der Südwind wehte …“

 Heute, so Gosda weiter, finde sich niemand mehr, der sich kümmern wolle. Abteilungsleiter, Schiedsrichter, „Marketing-Fuzzies“ (Neuhaus), kurzum: Ehrenamtliche fehlen anscheinend an allen Ecken und Enden, um den Verein ordentlich zu führen. Probleme, die anscheinend die Frauenabteilung nicht kennt. Abteilungsleiter Martin Temme berichtete von einigen möglichen Aufstiegen von den Frauen bis zur U11 und von stetig wachsendem Zulauf bei der Jugendarbeit. Tat gut, mal zu hören. 

Ausführliche Berichterstattung im Ahlener Tageblatt am Samstag…

SOCIAL BOOKMARKS