RWA hält Rödinghausen die Räuberleiter
Sekunden vorm Einschlag: Die Ahlener Mauer erwartet den Ball (v. l.) Langesberg, Yildirim, Backszat, Strömer, Debütant Ismail Gemec und Niemeier.

Dennoch kamen die Glückwünsche vom Ahlener Trainer an den SV Rödinghausen selbstverständlich aus ganzem Herzen. Nach dem souveränem 3:0 im Wersestadion und Rolands 1:2-Niederlage in Hüls ist der Ermisch-Elf der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. „Rödinghausens Qualität war zu hoch für uns, das war Anschauungsunterricht, wie man vernünftig Fußball spielt“, erkannte Antwerpen (na ja, ein bisschen) neidlos an und verneigte sich so vorm neuen Regionalligisten, der den Begriff vom „Blitzstart“ gleich neu definierte.

 „Hätte der Schiedsrichter zwei Minuten später angepfiffen, wäre es vielleicht anders ausgegangen“, saß Stadionsprecher Holger Winkelmann der Schalk im Nacken. Wahrscheinlich hätte Ahlen auch so verloren, aber ein 0:2 nach knapp 120 Sekunden haut den stärksten Oberligisten um.

 40 Sekunden brauchte Schröder – unbehindert von Lindner – zur Flanke auf den, von Niemeier und Strömer unbewachten Knappmann und der zu seinem Kopfballtor zum 1:0. Noch mal so kurz, und es lief andersherum: Diesmal schickt „Knappi“ Schröder durch die Abwehr, Lindner verliert das Laufduell, und der Ball sitzt im Tor von Karali, der Hinkerrohe ersetzte (Gehirnerschütterung). Bis auf die Tatsache, dass beides übelste Abwehrpatzer waren, kann sich Ahlen wenig vorwerfen. Man bemühte sich, den Erwartungen gerecht zu werden. Mehr indes auch nicht.

Und so hatten zwei Mal Nebi und Hop noch nette Chancen, Amerika-Rückkehrer Schulze-Geisthövel verpasste die größte, als er Leenemann vernatzte und allein vorm Torwart danebentraf (84.), aber das war auch nicht spannender als Farbe beim Trocknen zuschauen.

 Zumal Knappmann passend zum Wechsel seinen Strafstoß zum 3:0 gesetzt hatte (Lenz hatte Schneck gefoult) und so den allerletzten Widerstand erstickte. „Das fiel passend, ehe sich Ahlen neu sortieren konnte“, war SVR-Trainer Mario Ermisch zufrieden und blieb für einen frisch gekürten Aufsteiger erstaunlich ruhig. „Die Euphorie, die kommt erst später.“ Erst recht für den Kollegen. Antwerpen muss auf die nächste Euphorie im besten Falle noch ein Jahr warten. Wenn sie denn RW Ahlen in der neuen Saison auch oben mitspielen lassen ...

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