RWA pünktlich und sauber gegen Herne
Lang machen werden sie sich schon müssen, die Ahlener, hier mit Pierre Szymaniak (r.) gegen Liesborns Mario Pejic, wenn sie von Herne nicht lang gemacht werden wollen.

 Um die defizitäre erste Mannschaft von Grund auf zu erneuern, hat Krug also zu allererst zwei Grundwerte aufgefrischt: Hygiene und Pünktlichkeit. „Als ich noch hier war, waren die Räumlichkeiten top gepflegt“, wandte sich Krug beim Blick in die Kabinen mit Grausen und ließ die erst einmal gründlich durchschrubben. Disziplin auch beim Training. „Jetzt kommen alle um 18 Uhr, und um 18.30 Uhr geht’s gemeinsam auf den Platz“, führte der neue Chef auch verbindliche Zeiten ein, Bummeleien werden nicht geduldet.

 „Ob das alles schnell hilft, vielleicht einen Punkt in den letzten drei Spielen zu holen, weiß ich natürlich nicht“, kann Krug vor der Heimpartie gegen den Vorletzten Westfalia Herne (Sonntag, 14.30 Uhr) nichts versprechen. Ist auch egal, denn der 56-Jährige hat sich zur Generalüberholung des Kaders sowieso eher die Winterpause ausgeguckt, in der nicht nur neues Personal, sondern auch noch – über Sponsoring – ein Trainingslager gefunden werden soll. Kaiserau oder die Marienfelder Klosterpforte sind angedacht.

 Da darf das Keller-Duell gegen Herne nur eine Zwischenstation auf dem Weg der Besserung sein. Die ersten Helfer hat Krug bereits gefunden: Zwei Co-Trainer steigen ehrenamtlich ein: der erfahrene Kamener Fußball-Lehrer Fritz Kissing, der in den 80er-Jahren auch isländische Erstliga-Clubs trainierte, und Olaf Schüler, der als niedergelassener Physiotherapeut in Hamm für Prävention und Fitness sorgen will.

Nötig hat es RW Ahlen, denn aktuell stellt sich die Mannschaft wegen zu vieler Verletzte immer noch von selbst auf. „Langsam wird es gefährlich“, sagt der neue Übungsleiter, der gerade mal 13 Mann im Training hatte. Ohne Hecker, Nilius, Nienhaus und Köhler, vielleicht ohne Thamm (Bänderdehnung), den gerade erst eingestiegenen Ramsey oder Nas, der sich mit der Schere in den Fuß geschnitten hat, muss Krug weder personell noch taktisch über Neuerungen nachdenken.

 „Die Viererkette bleibt“, kündigt Krug gerade mal das das Wenige an, was er weiß. Mehr ist zur Premiere sowieso nicht drin. Nicht schlimm: Alles kommt zu dem, der warten kann.

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