Reform-Absage ein „Armutszeugnis“
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Beschwerden im Oberschenkel plagten SC Verls Stürmer Viktor Maier (r.) schon vor dem Spiel bei Borussia Dormunds U23. Nach einer Stunde wurde er ausgewechselt. Maier soll aber am Dienstag ebenso wieder im Training dabei sein wie Torwart Sebastian Lange, der sich im Spiel der Verler Reserve am Finger verletzte.
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„Das ist schon eine Enttäuschung“, kommentierte Bertels die generelle Ablehnung Grindels für eine Reform der vierten Liga, mittels der die Meister direkt aufsteigen sollten und sich nicht drei von fünf Teams durch eine Relegation in die Dritte Liga quälen müssen.

Über Monate hatte Bertels gemeinsam mit den anderen Vereinen der Regionalliga West einen Konsens erzielt, der eine Reduzierung auf vier Staffeln vorsah und zudem eine Erhöhung der Drittliga-Absteiger auf vier Mannschaften beinhaltete. Eigentlich hatte das Konzept auf dem DFB-Bundestag Anfang November in Erfurt diskutiert werden sollen. Nun also das Aus von oberster Stelle.

In der Regionalliga seien zu unterschiedliche Vereine zusammengefasst, einige mit dem Anspruch auf die Zweite Liga, andere mit Problemen, überhaupt Liga vier zu stemmen, begründete Grindel sein Votum für eine Beibehaltung der seit dem Jahr 2013 praktizierten Relegation. Von allen „schwierigen Situationen“ sei es noch die beste.

 Eine Argumentation, die Raimund Bertels so nicht nachvollziehen kann: „Die Regionalligisten betreiben einen hohen Aufwand, für den sie dann nicht belohnt werden.“ Ob nun die Staffelstärke auf drei oder vier reduziert werde, sei eigentlich gar nicht das Thema. „Uns geht es doch nur um den einfachen und eigentlich sehr verständlichen Wunsch, dass der Meister aufsteigen darf. Uns geht es auch nicht um mehr Geld für die Vereine der Regionalliga“, will Bertels so schnell nicht locker lassen.

Die pauschale und von der Argumentation her kaum nachvollziehbare Ablehnung einer Neuausrichtung der Regionalliga sei ein „Armutszeugnis“ für den DFB, ist Reinhard Grindels Entscheidung einmal mehr die Bestätigung für Raimund Bertels, dass es den Verbandsoberen lediglich noch um den Profifußball und damit letztlich ums Geld gehe, und immer weniger um die Amateurvereine. „Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.“ Doch was für Möglichkeiten bleiben den Amateurvereinen jetzt noch? Bertels: „Wir müssen es erst einmal runterschlucken und uns dann noch einmal mit den anderen Klubs zusammensetzen.“

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