Regionalliga-Derby auf Augenhöhe
Bild: Dünhölter
Redebedarf hatten Verls Sergej Schmik (l.) und Wiedenbrücks Zlatko Muhovic im Hinspiel, das 1:1 endete. Am Freitag kommt es zum Wiedersehen.
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Mehr Derby als an diesem Freitagabend geht wohl kaum. OWL-, Kreis-, fast schon ein Keller- und sogar ein Angstderby bietet dieses Nachbarschaftsduell, denn bei einer Verler Niederlage zieht Wiedenbrück in der Tabelle am Sportclub vorbei. „Angst vor dem Verlieren haben wir nicht“, widerspricht SCV-Trainer Guerino Capretti derartigen Gedankenspielen und fügt hinzu: „Wir gehen grundsätzlich in jedes Spiel, um es zu gewinnen.“ Er glaube nicht, dass die wenig angenehme Ausgangslage seinen Spielern in die Beine fahren werde, ist Verls Trainer überzeugt.

Matthias Haeder ist einsatzbereit

Auch wenn er einräumt, dass es mit jedem verpassten Sieg immer schwieriger wird, positiv gestimmt zu bleiben. „Wir werden jetzt aber nicht plötzlich irgendetwas anders machen im Duell Wiedenbrück. Wir müssen an unsere Stärken glauben“, erinnert Capretti an die knappe Niederlage gegen RW Oberhausen, in dem der Sportclub Vieles richtig gemacht habe. Bis auf den gelbgesperrten Stürmer Viktor Maier steht Guerino Capretti vermutlich das komplette Personal des vergangenen Samstags zur Verfügung. Matthias Haeders Blessur hat sich als Verhärtung im hinteren Oberschenkel herausgestellt, bereits am Mittwoch trainierte der siebenfache Liga-Torschütze wieder mit dem Team.

Beim SCW hat sich der Wind gedreht

Der Wind hat sich gedreht beim SC Wiedenbrück. Runter von den Abstiegsplätzen, weg mit den Personalsorgen und dem Krisengerede. Her mit weiteren Siegen und neuem Selbstvertrauen, das Derby in Verl kann kommen. „Es ist schon verrückt“, sagt Björn Mehnert, „wir als Katastrophen-Mannschaft können die überragende Mannschaft mit einem Sieg in der Tabelle überholen.“ Der SCW-Trainer spielt damit etwas überspitzt auf die Außenwirkung der beiden Nachbarn in dieser Saison an. Hier der SC Verl, der gefühlt eine ordentliche bis gute Rolle spielt und erst in den vergangenen Wochen ein wenig ins Straucheln geraten ist. Dort sein Wiedenbrücker Team, das noch vor wenigen Wochen bereits kurz vor dem Abstieg stand – so zumindest die Stimmungslage im Umfeld und in den Medien.

„Fahren mit breiter Brust zum Derby“

Und plötzlich trennt die Rivalen in der Tabelle nur ein Zähler. Ein Punkt, den auch SCW-Vorstandsmitglied Alexander Brentrup am Tag vor dem Kreisduell aufgreift. „Vor ein paar Wochen wurde teilweise ja schon ein Weltuntergangsszenario beschrieben. Es wurde gefordert, dass wir mit Nachverpflichtungen reagieren oder den Trainer infragestellen“, blickt Brentrup auf jene heikle Phase im Oktober zurück, in der Wiedenbrück erst mit 1:5 bei Kaan-Marienborn und dann mit 0:3 gegen Köln II verlor. Zwei besorgniserregende Auftritte des SCW, das bestreitet auch Brentrup nicht. Er betont jedoch: „Das war eine schwierige Situation, klar. Aber intern war es für uns nie ein Thema, dass wir in irgendeiner Form reagieren. Für uns im Vorstand war klar, dass es irgendwann wieder in die richtige Richtung geht. Jetzt fühlen wir uns bestätigt und fahren mit breiter Brust zum Derby nach Verl.“

Weitere Hintergründe zum SC Verl und SC Wiedenbrück vor dem Derby in der Fußball-Regionalliga lesen Sie am Freitag, 16. November, in der „Glocke“.

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