Rhedaer Stevens schlägt Großmeister Gutmann
Favoritenschreck: Titus Stevens gewann in der Schlussrunde gegen Großmeister Lev Gutman.

Dabei kam es zu einem unerwarteten Favoritensterben, das in einem sensationellen Prestigeerfolg des Rhedaers Titus Stevens mündete. „Mit rund 200 Spielern sind die Kapazitäten fast ausgeschöpft. Ein paar Bretter können wir noch anbauen, aber dann ist das Forum voll.“ Turnierleiter Rüdiger Mönig vom Ausrichter Gütersloher SV freute sich mit seinem Organisationsteam an drei Tagen über ein volles Haus. Das Turnier hat sich längst zu einem bundesweiten Zugpferd des Schachs entwickelt. Dabei kommt den Güterslohern auch der feste Termin, das vorletzte Wochenende der Sommerferien in NRW, zugute.

„Einige Spieler planen das fest in ihren Turnierkalender ein. Wir haben eine Delegation aus Bremen, die jetzt seit zehn Jahren hier in Gütersloh gastiert“, berichtet Rüdiger Mönig. Dazu zählt auch der internationale Meister Tobias Jugelt vom SK Bremen. Als einer der wenigen Titelträger vom „Favoritensterben“ unberührt, lief er punktgleich vor Überraschungssieger David Färber (SV Walldorf) mit 4,5 Punkten aus sieben Partien ins Ziel. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Topgesetzte, Großmeister Eckhard Schmittdiel aus Augsburg, seine Aussichten auf den Turniersieg lange verwirkt.

Noch ärger erwischte es den ehemaligen Turniersieger und Dauergast Lev Gutman. Der israelische Großmeister fand überhaupt nicht ins Turnier und hatte bereits zwei Partien verloren, als Titus Stevens in der Schlussrunde eine kleine Sensation gelang. Der Verbandsligaspieler vom Rhedaer SV schickte den Titelträger mit einer weiteren Niederlage vom Brett und hievte sich selbst in der Endabrechnung mit drei Punkten auf Platz 19.

Besser war aus heimischer Sicht erneut nur Dominik Plaßmann. Das Spitzenbrett des Gütersloher SV hatte sich insgeheim mehr als den 17. Rang erhofft, hatte aber von Anfang an Probleme. „In der Runde eins hatte ich nach 19 Zügen keinen Gewinnweg mehr“, sagte er.

In der B-Gruppe gingen einige Favoriten ebenfalls leer aus. so wie Adrian Jakubowski, der wie Titus Stevens beim Rhedaer SV in der Verbandsliga spielt. Nach langer Turnierpause wussten sich seine Figuren anfangs überhaupt nicht in Szene zu setzen. „Ich bin ganz schlecht reingekommen, da fehlte noch die richtige Anspannung“, sagte Jakubowski.

Besser lief es für Samer Alhaj Mohamed, der als Vierter das tolle Gesamtbild des Rhedaer SV abrundete.

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