Roland-Festival ohne Feuerwerk
Der erste sitzt: Nach dem Strafstoß zum 0:1 (v. l.) – Beckums Sam Salehi ahnt bereits was, und Suri Ucar, Semih Daglar sowie Pjer Radojcic vom SC Roland feiern schon mal vor.

Dieses Spiel am Donnerstagabend vor nur 225 Zuschauern hätte viele Geschichten schreiben können. Dass es allerdings diese wird, hätte wohl niemand auch nur in seinen buntesten Träumen erwartet. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so eindeutig wird“, gab Rolands Trainer Ismail Atalan zu.

 Er könnte zum einen eine Dankespostkarte an BSV-Kapitän Nicolai Lade schicken, dass er ein unnötiges Foul im Sechzehner begangen hat und Suri Ucar den fälligen Strafstoß verwandelte (3.). Zum anderen an BSV-Schlussmann Rene Horstmann, der bei den beiden folgenden Fernschusstoren Semih Daglars viel zu weit vor seinem Tor stand (8./20.). Dazwischen hatte Eugen Keilbach in einem flotten Spielchen, das indes nicht im entferntesten Derbycharakter oder Feuer in sich hatte, nach einem ebenso unnötigen Freistoß aus dem Halbfeld das 2:1 eingenickt (11.).

„Tja, wir haben nun mal nicht gegen Pusemuckel, sondern gegen Roland gespielt“, kommentiert BSV-Trainer Carlos Castilla die deftige Niederlage. „Es ist positiv, dass wir nach dem frühen Rückstand weiter versucht haben, Fußball zu spielen.“ Im Anschluss an Daglars zweiten Streich köpfte Kevin Krämer das 1:4 (22.).

„Da war das Thema erledigt“, so Castilla, der immerhin feststellte, dass es doch auch mit dem Toreschießen klappt. Wie am Wochenende traf seine Elf doppelt, das 2:5 erzielte Michael Lade (57.), zuvor hatte Rolands Philipp Sandhowe einen von Ugur Birdir geschossenen Elfmeter gehalten (33.) und Rolands Suri Ucar den Zwischenstand auf 5:1 geschraubt (43.).

 „Wir waren tatsächlich zwei Klassen besser“, freute sich Atalan, der den Kampfgeist seiner Spieler lobte. „Über die Einstellung haben wir das Spiel gewonnen.“ An seiner Elf lag es nicht, dass keine Derbyspannung aufkam, sondern es mehr nach einem Treffen alter Freunde aussah: „Zu Feuer gehören immer zwei.“ Gegen Ende des Spiels zeigte Rolands Torjäger Semih Daglar erneut, dass er richtig Lust am Kicken hat, mit seinen Toren drei und vier stellte er auf den 2:7-Endstand (82./90.).

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