Roland und RWA punkten dreifach
Bild: Rollié
Sehr präsent und in der Defensive sowie in der Spieleröffnung sehr stark: Felix Frank (l., hier an der Seite von Innenverteidiger Emir Bajric) bestand seine Feuertaufe auf der zentralen Position vor der Roländer Abwehr glänzend.  
Bild: Rollié

Roland (gl). Die mutige große Personalrochade des SC Roland in der Partie gegen den TuS Ennepetal war von Erfolg gekrönt. Trainer Ismail Atalan hatte auf mehreren sensiblen Positionen Experimente gewagt und wurde mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg belohnt.

Schütze des goldenen Tores war der aufgerückte Innenverteidiger Erdal Kaleoglu, der nach 36 Minuten eine Ecke von Yakup Köse per Kopf über die Linie beförderte. Damit gehörte der Abwehr-Routinier zweifellos zu den Matchwinnern.

Dieses Attribut verdienten sich aber auch andere Roländer – allen voran Felix Frank. Der etatmäßige Mann für die defensive oder offensive linke Seite rückte gestern auf die „Sechs“ und machte seine Sache dort neben dem abermals bis zur völligen Erschöpfung kämpfenden Michael Krahn exzellent. „Felix ist für jeden Trainer ein Segen“, lobte Rolands Trainer seinen vielseitigen Akteur. „Wir haben die Positionsänderung nur eine Woche mit ihm trainiert, und dann macht er so ein super Spiel.“

Frank war in der Rückwärtsbewegung und Spieleröffnung sehr auffällig und verdiente sich damit das Kompliment mehr als redlich.

Im linken offensiven Mittelfeld war zudem Kevin Krämer ein ständiger Unruheherd und rechtfertigte seinen Einsatz mit zahlreichen guten Antritten, Dribblings und klugen Pässen.

Roland benötigte allerdings etwa 25 Minuten, um wirklich Zugriff auf die Begegnung zu bekommen, während Ennepetal ziemlich ideenlos wirkte und zumeist mit langen Bällen auf seine schnellen Außen operierte. Ohne Erfolg, denn der extrem zweikampfstarke Manuel Dotor-Ledo sowie Ralph Jonca auf den Außenpositionen der Viererkette waren oft mit Unterstützung der doppelnden Sechser Endstation für diese Versuche.

In der zweiten Halbzeit stellte sich Ennepetal etwas geschickter an, aber nur bis zur Strafraumgrenze. Dort verlandete fast jede Angriffswelle. Lediglich ein Kopfball weit übers Tor von Stylianos Mouratidis (87.) sorgte ansatzweise für Gefahr.

Auf der Gegenseite verpasste Roland die Möglichkeit, seine Konter klug auszuspielen. Ein toller Volleyschuss von Ralph Jonca, den Ennepetals Schlussmann Marvin Weusthoff in der 68. Minute mit einer spektakulären Flugeinlage aus dem Winkel boxte, blieb die sehenswerteste Chance des SCR.

Herne (gl). RW Ahlens Minimalisten haben wieder zugeschlagen. Hinten kein Tor kassiert, vorne eins erzielt – und die nächsten drei Punkte auf dem Konto. Bei Westfalia Herne reichte dem Oberligisten der Treffer von Felix Backszat, der mit seinem Streich in der 30. Minute für den zweiten Sieg im zweiten Spiel sorgte.

„Wenn wir jede Partie 1:0 gewännen, wäre das ja super“, sagte Ahlens Übungsleiter Carlos Castilla, der aber wie in der Vorwoche beim 1:0-Sieg gegen Hamm ganz schön zittern musste. „Herne hat am Ende noch mal Druck gemacht“, sagte Castilla, der ergänzte: „Herne war nur über Standards gefährlich. Aber so ein Ball kann auch mal reinrutschen.“

Tat er aber nicht, was auch unverdient gewesen wäre. RW Ahlen nahm das Heft von Beginn an in die Hand, schaffte es aber nicht, das blauweiße Abwehrbollwerk zu knacken. Castilla: „Herne hat das sehr gut gemacht. Die standen tief und dicht.“ Das Duell wurde daher zu einer echten Geduldsprobe für die Rotweißen.

Da war Castilla aber erleichtert, dass seine Schützlinge in der 30. Minute das Tor erzielten: Auf der rechten Seite setzte sich Arda Nebi durch und schickte Maximilian Dahlhoff. Der flankte präzise auf Felix Backszat, der einschob. Kurios: „Ich habe Felix in den Sturm gestellt für Gianluca Greco“, erklärte Castilla, der mit seinen Wechseln ein glückliches Händchen hatte.

Auch der in die Stammelf rotierte René Lindner machte ein gutes Spiel. „Er stand sehr sicher. Genau wie die anderen“, lobte Coach Castilla seine Schützlinge im Defensivverbund.

Dass es am Ende überhaupt noch mal spannend wurde, hatten sich die Rotweißen wieder ’mal selbst zuzuschreiben. „Wir haben den Sack nicht zugemacht“, bemängelte Castilla die erneut fahrlässige Chancenausbeute. Julius Richter und Backszat hatten in Durchgang zwei mehrfach die Chance, den ersten Auswärtssieg früher unter Dach und Fach zu bringen. Arda Nebi verpasste ebenfalls nur knapp die Entscheidung.

Aber das sollte sich nicht mehr rächen. Denn die Hausherren aus Herne blieben abgesehen von der Schlussphase des Spieles blass. Genau wie Ahlens Trainer Castilla, der das undankbare Nervenspiel an der Linie aber gerne in Kauf nahm für den ersten Auswärtssieg.

 

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