Rüstige Hundertjährige im Unruhestand
Ganz schön rüstig: Vorwärts Ahlen, hier mit Nils Hahne (r.), und der SV Neubeckum mit Hasib Mokhtari wären nicht abgeneigt, zum 100. Geburtstag in die Bezirksliga aufzusteigen. Aber da ist ja noch der SuS Ennigerloh ...

 Bei zwei Großvätern der Kreisliga A Beckum wartet eines der schönsten Geschenke bereits auf dem Gabentisch für den runden Geburtstag, nur auspacken müssen sie es noch. Der SuS Ennigerloh und der SV Neubeckum liegen im Jubiläumsjahr derzeit gleichauf, allein von einer Tordifferenz von einem Dutzend Törchen getrennt. Da hinkt der dritte Senior im Bunde der Hundertjährigen bereits jetzt sechs Punkte hinterher: Die DJK Vorwärts Ahlen geht im hundertsten Jahr noch am Stock. Noch ...

Dabei ist die größte Überraschung im Unruhestand der SV Neubeckum. Letztes Jahr noch Fünfter unter Selim Smajkic, jetzt mit den Trainer-Brüdern Bengt und Ole Pfeiffer als Ennigerloh-Verfolger so rüstig wie lange nicht.

„Wir hatten immer eine gute Qualität, dazu einige wenige neue Spieler, und die Youngster im Team schließen auf“, sagt Bengt Pfeiffer, der zuletzt noch selber gespielt hat. „Wir sind ein spielernahes Trainerteam. Da hat es wohl ‚Klick‘ gemacht“, sucht er immer wieder Konzepte, die auch seinen Jungs Spaß machen zu spielen.

Und so spürt Absteiger und Favorit SuS Ennigerloh dauerhaft den lästig heißen Atem seines Verfolgers im Nacken. Man ist zwar im Jubiläumsjahr auch abgestiegen, zurück in die Bezirksliga wäre aber auch am Stavernbusch das passende Präsent zum Dreistelligen. „Klar, wir würden gerne Meister werden“, sagt Trainer Dennis Herrmann. „Aber Druck würde ich das nicht nennen.“

Immerhin bestreitet er nicht, dass sein Team eines der spielstärksten der Liga ist. Dafür trainiert er aber auch dreimal die Woche, nicht schlecht in diesem gesegneten Alter. „Das ist an der Grenze auf diesem Niveau. Aber im Spiel ist das nach hinten heraus ein Vorteil“, schaut Herrmann gelassen auf seinen engsten Konkurrenten. Auf die Puste, den langen Atem kommt es an, auch in einer langen Saison. „Da ist Neubeckum nicht allein, bis Platz fünf sind alle noch dabei“, bleibt der SuS-Übungsleiter aufmerksam. Die Konstanz entscheidet.

Weiß man auch in Neubeckum: „Das würde ich meinen Jungs zugestehen“, ist aber Bengt Pfeiffer da zuversichtlich.

Kollege Herrmann traut also auch Wadersloh und Walstedde zu, ihm, Neubeckum oder Vorwärts den runden Geburtstag zu vermasseln. Ach, und der Westfalia Vorhelm natürlich auch. Die Jungspunde sind aber mit ihren 99 Lenzen erst nächstes Jahr dran. Alter vor Schönheit, oder?

Lesen Sie in der Glocke am Mittwoch zudem über den  Spitzenreiter der Ewigen Tabelle und wer endlich wieder dran wäre mit dem Aufstieg.

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