SC Roland erlebt Rheine Enttäuschung
Rückendeckung: Sebastian Sumelka (r.) war nicht immer so aufmerksam in der Roländer Innenverteidigung wie in dieser Szene.

 Und so hatte die Premiere des Mitfavoriten beim 1:2 gegen Eintracht Rheine auch nicht mehr Zuschauer verdient. „Das ist eine kleine Enttäuschung“, kommentierte Trainer Carsten Droll den überraschenden Stolperstart. „Aber kein Vorwurf: Einsatz und spielerische Mittel waren zu sehen.“

Zu sehen vielleicht, aber effektiv nun gar nicht. Gegen die diszipliniert tiefstehenden Gäste, die bedeutend präziser arbeiteten als ihre Gastgeber, war kein Überrumplungsangriff möglich. Mit engagiertem, teils übereifrigem Bemühen war Rolands Trickkiste bereits geleert. Zu wenig gegen die souverän abwartenden Gäste, die ihre Chancen ökonomisch nutzen. Längst hatte sich die Waage zugunsten Rheines gesenkt, als Meyer mangels Zuordnung einen Eckball von Woltering zum 1:0 einköpfte (42.).

Und als dann noch Phil im Mittelfeld den Ball vertändelte, und Scherping den Gegenangriff mit dem 2:0 abschloss (50.), war schon klar, dass man mit so viel regennassem Pulver mit dem echten Schützenfest nebenan nicht mehr konkurrieren konnte. „Dann haben wir den Druck auf Rheines Viererkette verstärkt“, brachte Droll Stratakis ins Mittelfeld und baute auf 4-4-2 mit Kaptan als zweiter Spitze um.

Was tatsächlich mehr Druck brachte, aber mehr auch nicht. Die Kopflosigkeit des Anrennens demonstrierte Temel Hop, der zuerst eine Phil-Flanke weit daneben nickt und schließlich allein gegen den Schlussmann das leere Tor nicht trifft. Es wäre der Ausgleich gewesen – Liridon Redjepi hatte kurz zuvor aus der zweiten Reihe zum 1:2 getroffen (72.). Eher Verzweiflung als überlegte Konzeption. „Wir haben defensiv klasse gegen die spielstarken Roländer gestanden“, freute sich Rheines Trainer Uwe Laurenz über den unerwartet leichten Auftakterfolg. „Wir wussten, wo der SC stark ist.“ Ein Wissen, das dem Favoriten vielleicht gefehlt hat. Schützenkönig wird man so nicht.

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