SC Verl schickt seine Kicker in die Kurzarbeit
Bild: Dünhölter
Eine finanzielle Sparmaßnahme hat Fußball-Regionalligist SC Verl angesichts der anhaltenden Meisterschafts-Zwangspause ergriffen und seine erste Mannschaft, hier mit Mehmet Kurt (r.) im Einsatz, in die Kurzarbeit geschickt.
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„Es gibt für uns keinen Zweifel, dass die Eindämmung des Corona-Virus und damit die Gesundheit der Bevölkerung absoluten Vorrang vor allem hat“, sagt SCV-Präsident Raimund Bertels und fügt hinzu: „Zudem haben wir hier in Verl die Verantwortung, nachhaltig zu wirtschaften und die Kostensituation im Auge zu behalten.“

Damit folgt der Tabellenzweite dem Beispiel von Liga-Konkurrenten wie Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiß Essen. Allerdings dürften diese beiden Vereine die Zwangspause in der vierten Liga wirtschaftlich betrachtet weitaus härter treffen als den SC Verl. Denn Oberhausen und vor allem Essen setzen bei der Finanzierung des Saisonetats in erheblichem Maße auf die Zuschauereinnahmen bei Heimspielen.

So begrüßt der Rangdritte aus Essen in dieser Saison durchschnittlich 10 946 Fans bei seinen Heimspielen an der Hafenstraße. Mit weitem Abstand führt Essen diese Wertung an. Immerhin noch 2910 Besucher strömen zu RWO ins Stadion Niederrhein. In der Zuschauergunst muss sich der SC Verl deutlich weiter hinten auf Platz acht einreihen, wollen durchschnittlich „nur“ 1084 Fans die Heimspiele des Teams von Trainer Guerino Capretti verfolgen. Mit Blick auf die vergangenen Jahren allerdings immer noch eine respektable Zahl, denn die Schwarz-Weißen haben in der Zuschauergunst spürbar zugelegt.

Obwohl der Sportclub bei seiner Etatfinanzierung folglich deutlich weniger auf Eintrittserlöse angewiesen ist, als seine stärksten Mitkonkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga, hat man sich an der Poststraße nun ebenfalls für die Kurzarbeit entschlossen.

„Fast zwei Tage hat es in Anspruch genommen, mit jedem Betroffenen oder dessen Berater die notwendigen Gespräche zu führen“, traf Raimund Bertels bei dieser Aufgabe allerdings durchweg auf offene Ohren und erhielt breite Zustimmung: „Alle haben sich solidarisch gezeigt.“ Bertels ist nach den Gesprächen mit jedem Spieler überzeugt, dass es nicht zu finanziellen Härten kommen wird. „Jeder kann es verkraften“, so der Vereinsboss. Der geht im Übrigen davon aus, dass sich die Mannschaft weiterhin zuhause individuell fit hält, um unverzüglich in den Wettkampfmodus zurückkehren zu können. Bertels: „Die Jungs sind heiß, von denen legt sich keiner daheim auf die faule Haut.“

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