SC Wiedenbrück im Stile eines Absteigers
Bild: Dünhölter
Das war viel zu wenig: Der SC Wiedenbrück mit Kamil Bednarski (l.) und Marcel Leenemann kam am Samstag nicht über ein 1:1 gegen Herkenrath hinaus. Der Abstieg wird immer wahrscheinlicher.
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Torwart Marcel Hölscher brachte es auf den Punkt: „Wenn man dieses Spiel nicht gewinnt, hat man es auch nicht verdient, in dieser Liga zu bleiben.“ Nur 1:1 gegen den längst abgestiegenen Tabellenletzten TV Herkenrath - ein Resultat, das beinahe alle Wiedenbrücker Hoffnungen auf den Klassenerhalt zunichtemacht. „Das Ergebnis sagt alles“, erklärte Geldgeber und Vorstandsmitglied Burckhard Kramer. Und Christian Brentrup, ebenfalls aus der Führung des SCW, betonte: „Ich glaube nach diesem Auftritt an gar nix mehr. Unsere Konkurrenten spielen für uns, und wir spielen gegen den Tabellenletzten nur Unentschieden.“

Drastische Worte des Trainers

Bereits am Freitagabend hatte Bonn in Wuppertal verloren, am Samstag unterlagen auch Straelen (2:9 beim BVB II) und Kaan-Marienborn (0:1 in Rödinghausen) - mit einem Erfolgserlebnis wären die Chancen des SC Wiedenbrück im Abstiegskampf enorm gestiegen. Eine teils erschreckende Leistung verhinderte gegen den TV Herkenrath jedoch einen Sieg. „Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei einigen Spielern meilenweit auseinander“, wählte SCW-Trainer Björn Mehnert nach dem 1:1 drastische Worte.

„Schwierig, noch daran zu glauben“

Zwei Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Rückstand seines Teams zu Bonn auf dem ersten Nichtabstiegsplatz fünf Punkte. Zu Straelen auf Rang 15 - der zur Rettung reichen würde, wenn kein Westclub aus der Dritten Liga absteigt - sind es weiterhin vier Zähler. „Heute ist es schwierig für mich, noch daran zu glauben“, sagte Mehnert, „aber ab morgen tue ich es wieder. Ich bin der Letzte, der die Flinte ins Korn wirft.“

Frühe Führung gibt keine Sicherheit

Vor nur 357 Zuschauern präsentierte sich Wiedenbrück von Anfang an reichlich wacklig in der Defensive, dennoch klappte es mit einer frühen Führung: Daniel Schaal startete in der zehnten Minute nach einem hohen Diagonalball von Kamil Bednarski durch und zirkelte das Spielgerät ins lange Eck. Das 1:0 hätte Sicherheit und Selbstvertrauen verleihen müssen, doch anschließend setzte Herkenrath die Akzente. Zunächst schoss Tchakoumi aus guter Position weit über das Tor (27.), kurz danach traf Baris Sarikaya zum verdienten Ausgleich (30.).

Offensive zu harmlos

Zum Auftakt des zweiten Durchgangs hatte Wiedenbrück seine beste Phase überhaupt, doch Daniel Brinkmann (46.) und Kamil Bednarski (48./57.) vergaben gute Möglichkeiten. In der Schlussphase warf der SCW noch einmal alles nach vorne, doch exemplarisch für die einmal mehr viel zu harmlose Offensive stand ein Freistoß von Daniel Schaal aus knapp 20 Metern in der 85. Minute, der sein Ziel deutlich verfehlte. Auf der Gegenseite hätte Herkenrath in der 89. Minute nach einem gut ausgespielten Konter sogar das 2:1 erzielen können, doch den Schuss von Dabo lenkte Geisler mit den Fußspitzen noch zur Ecke. Somit blieb es beim 1:1, das für den SC Wiedenbrück einer entscheidenden Niederlage gleichkommt.

SC Verl überrascht bei Viktoria

Dem SC Verl ist unterdessen am Samstag eine Überraschung gelungen. Die Mannschaft von Guerino Capretti entführte beim Tabellenführer und Titelfavoriten Viktoria Köln mit dem 1:1 einen Punkt. Nach der Führung für Köln durch Stefano Maier in der 44. Minute belohnte Stürmer Aygün Yildirim den guten Verler Auftritt mit dem Ausgleich in der 71. Minute. In der Tabelle rutschte der Sportclub dennoch auf den neunten Rang ab.

Die kompletten Analysen sowie weitere Reaktionen zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am 32. Spieltag der Regionalliga West lesen Sie am Montag, 6. Mai, in der „Glocke“.

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