SC Wiedenbrück zittert sich zum Sieg
Bild: Dünhölter
Er erzielte die Führung: Beim 1:0 von Daniel Brinkmann (l.) für den SC Wiedenbrück war Bonns Torwart allerdings nicht ganz unschuldig.
Bild: Dünhölter

Nach dem Schlusspfiff wollte kaum jemand im Detail auf das Geschehen in den 90 Minuten eingehen. „Die Leistung ist mir ehrlich gesagt ganz egal. Wir haben jetzt 52 Punkte und sind heute Abend Vierter, das gab es in Wiedenbrück noch nie. Wir können es noch aus eigener Kraft schaffen. Und das werden wir auch“, sagte etwa SCW-Vorstandsmitglied Christian Brentrup nach dem zähen 2:1 gegen Bonn. Und auch Trainer Björn Mehnert wollte den Zittersieg schnell zu den Akten legen: „In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden verloren und fast schon um den Ausgleich gebettelt. Aber das haken wir jetzt ganz schnell ab und freuen uns auf ein heißes Derby, im dem wir unsere Position im Kreis festigen wollen.“ Nach dem Erfolg im Nachholspiel richteten sich Wiedenbrücks Blicke bereits auf das Kreisduell in Verl am Samstag, in dem bereits eine Vorentscheidung im Rennen um das Qualifikationsspiel um den Einzug in den DFB-Pokal fallen kann.

Bonn hilft tatkräftig mit

Vor 528 Zuschauern im Jahnstadion hatte der SCW das Geschehen gegen einen extrem schwachen Bonner SC, der übrigens noch mitten im Abstiegskampf steckt, komplett im Griff. Allerdings flaute die Sturm- und Drangphase mit ersten dicken Möglichkeiten durch Jeffrey Volkmer (2.), Oliver Zech (2.) und Julian Wolff (3.) nach knapp einer Viertelstunde merklich ab. Dank tatkräftiger Bonner Unterstützung fiel in der 21. Minute trotzdem das 1:0: Ein eigentlich eher harmloser Schuss von Daniel Brinkmann flutschte Torwart Alexander Monath durch die Finger. Acht Minuten später folgte der nächste dicke Patzer der Gäste: Dennis Engelman verlor an der Strafraumgrenze den Ball an Aygün Yildirim, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und zum 2:0 nachlegte. Spätestens jetzt lagen die drei Punkte für den SCW auf dem Silbertablett.

„Total unerklärlich“

Doch nach dem Seitenwechsel folgte ein Einbruch, den auch Trainer Björn Mehnert „total unerklärlich“ fand. Und das hatte mit Sicherheit nicht nur damit zu tun, dass Routinier Carsten Strickmann kurz vor der Pause mit Wadenproblemen ausgewechselt werden musste und dem SCW im defensiven Mittelfeld die „ordnende Hand“ fehlte, wie es der Trainer später formulieren sollte. Das Unheil nahm bereits in der 46. Minute seinen Lauf: Nach einer Hereingabe von Dario Schumacher war Sebastian Hirsch im Strafraum völlig ungedeckt - und traf zum Anschlusstreffer. Jetzt war Wiedenbrück kurzzeitig völlig von der Rolle. Doch weitere Bonner Möglichkeiten durch Lokotsch (49.) sowie Bors (53.) blieben ungenutzt.

SCW spielt ein gefährliches Spiel

Nach knapp einer Stunde stabilisierten sich die Hausherren immerhin wieder, doch offensiv gelang dem SCW so gut wie gar nichts mehr. So blieb es beim 1:2 - ein gefährlicher Zwischenstand. Diese Erfahrung hatte Wiedenbrück noch am Samstag in Wuppertal gemacht, wo dem WSV erst in der Nachspielzeit das 2:2 gelungen war. So war am Tag der Arbeit Zittern bis zum Schlusspfiff angesagt. Und als dieser endlich erfolgte, richteten sich die Blicke beim SCW ganz schnell auf das Kreisderby am Samstag an der Verler Poststraße.

Die komplette Analyse und weitere Reaktionen zum 2:1-Sieg des SC Wiedenbrück gegen den Bonner SC lesen Sie am Donnerstag, 3. Mai, in der „Glocke“.

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