SCW 0:0, Verl unterliegt bei RW Essen
Bild: Bremehr
Er kann es nicht fassen: Robin Twyrdy vergab im Heimspiel des SC Wiedenbrück gegen die U 23 von Borussia Dortmund eine der besten Möglichkeiten der Hausherren.
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Was überwiegt nun, der positive oder der negative Aspekt? Gut an diesem 0:0 des SC Wiedenbrück am Donnerstagabend gegen die U 23 von Borussia Dortmund war, dass das Team von Trainer Alfons Beckstedde erneut ohne Gegentor geblieben ist und immerhin einen Punkt geholt hat. Schlecht ist dagegen, dass angesichts der siegenden Konkurrenz im Abstiegskampf der Regionalliga ein Dreier sehr wichtig gewesen wäre.

„Versucht, Nadelstiche zu setzen.“

Das arg ersatzgeschwächte Team des SC Wiedenbrück, das ohne Leistungsträger wie Massih Wassey, Mariusz Rogowski, Stipe Batarilo und Carsten Strickmann auskommen musste, hatte gegen die Borussen zumindest kämpferisch alles in die Waagschale geworfen. „Wir haben sehr gut gestanden und versucht, Nadelstiche zu setzen“, erklärte „Ali“ Beckstedde seinen Schlachtplan. Angesichts der eher limitierten offensiven Qualität waren diese Stiche zwar meistens eher stumpf. Aber dennoch hatte Wiedenbrück in der Endabrechnung sogar die besseren Chancen.

Bednarski köpft knapp neben das Tor

Den Anfang machte Robin Twyrdy in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Im Anschluss an eine Ecke zielte der Verteidiger nach Zech-Zuspiel knapp vorbei. Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel folgte die beste Möglichkeit des SCW: Nach einer Flanke von der rechten Seite versuchte Dortmunds Christoph Zimmermann zu klären, schoss dabei aber an die eigene Latte. Der Abpraller landete genau bei Kamil Bednarski, der jedoch aus kürzester Distanz neben das Tor köpfte. In der 87. Minute kam der eingewechselte Tobias Puhl noch einmal zum Schuss, doch Torwart Hendrik Bonmann parierte. „Ärgerlich, dass wir diese Dinger nicht gemacht haben“, seufzte „Ali“ Beckstedde später. Er wusste genau: Bis zur Verletzung von Philipp Hanke in der 37. Minute waren die BVB-Amateure zwar ziemlich dominant. Im Anschluss jedoch war sein SC Wiedenbrück dem Sieg einen Tick näher.

SC Verl verlässt der Mut

Zu viel Angst vor dem zuletzt gar nicht mehr so großen Rot-Weiß Essen hat der SC Verl an der Hafenstraße gezeigt und prompt mit 0:1 (0:0) verloren. „Wir haben zu viel Respekt gezeigt und zu wenig in die Zweikämpfe investiert“, kritisierte Verls Trainer Andreas Golombek. Der Fan-Boykott auf der Hafenstraßen-Westtribüne hat nicht so richtig funktioniert, trotz per Flatterbänder gesperrter Aufgänge füllte sich die Tribüne. Die Mannschaft von Trainer Jan Siewert schien die mehr als deutlichen Signale der vergangenen Tage jedenfalls nicht nur gehört, sondern auch verinnerlicht zu haben und drängte auf den ersten Sieg seit zehn Spielen.

RWE schnürt die Gäste ein

RWE schnürte Verl – bei dem der gebürtige Essener Yannick Geisler nach abgesessener Rotsperre wieder auf der Doppelsechs spielte – weitgehend in dessen Hälfte ein. Und hatte großes Pech, als ein Schuss von Andreas Ivan vom Innenpfosten ins Feld zurückprallte (7.). Während sich die SCV-Defensive um die beiden Innenverteidiger Julian Stöckner (rettete bei einem Grund-Freistoß auf der Linie) und Kevin Kalinowski nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen durfte, setzte der Sport-Club im ersten Durchgang nur wenige Nadelstiche. Doch die waren kaum schmerzhaft für RWE, denn erst schlug Matthias Haeder einen Haken zu viel (11.), dann wurde ein Schuss von Nico Hecker nach Haeder-Zuspiel zur Ecke abgefälscht (26.). Und als Hamadi Al Ghaddioui nach einem tollen Solo frei vor Philipp Zeiger auftauchte, rettete der RWE-Keeper mit einer Grätsche (43.).

Böser Schnitzer der Abwehr

Nach einer Stunde erlaubte sich Verls Abwehr einen entscheidenden Schnitzer, den Benjamin Baier zum Schuss an die Latte nutzte – den Abpraller köpfte Marcel Platzek unbedrängt zum 1:0 für RW Essen ein (60.). Selbst die Führung versöhnte die Ultras nicht mit ihrem Verein, sie verharrten weiterhin am Bierstand hinter der Westtribüne. Ein Tor wie ein Weckruf. Verl wurde nun wieder aktiver, ohne aber für Gefahr sorgen zu können. In der 73. Minute forderten die Gäste einen Elfmeter, nachdem Al Ghaddioui nach einem Rempler mit Weber zu Boden gegangen war, doch Schiedsrichter Jörn Schäfer ließ weiterspielen. Es war die letzte Chance für Verl, so dass RWE das Ende seiner Negativserie feiern durfte.

Weitere Hintergründe und Reaktionen zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am 30. Spieltag der Fußball-Regionalliga lesen Sie an Karfreitag in der „Glocke“.

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